12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in die Höhe – Studie enthüllt unerwartete Gewinner
Maria-Theresia Thanel12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in die Höhe – Studie enthüllt unerwartete Gewinner
Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für die Anpassung der Benzinpreise zu einem deutlichen Anstieg der Gewinnspannen bei Superbenzin geführt hat. Die am 1. April 2023 in Kraft getretene Regelung sollte eigentlich die Spritkosten stabilisieren, doch in den ersten beiden Wochen stiegen die Margen im Schnitt um 6 Cent pro Liter. Kritiker hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass die Regelung zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte.
Die Untersuchung, die vom ZEW Mannheim und dem Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) durchgeführt wurde, stützt sich auf Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe sowie auf Großhandelspreise vom Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA). Dabei zeigte sich, dass die Auswirkungen je nach Region und Kraftstoffart stark variierten.
Besonders stark stiegen die Benzinpreise in Süddeutschland. Die Forscher führten dies auf höhere Durchschnittseinkommen sowie Unterschiede in den lokalen Lieferketten und der Beschaffung von Rohöl zurück. Bei Diesel waren die Margenveränderungen dagegen uneinheitlich, sodass sich kein klarer Effekt nachweisen ließ.
Die Studie deckte zudem Unterschiede zwischen den Tankstellenbetreibern auf: Kleinere Ketten und unabhängige Anbieter erhöhten ihre Gewinnspannen stärker als große Konzerne. Justus Haucap, Direktor des DICE, betonte, dass die Wirkung der Reform stark von der Marktkonkurrenz und -struktur abhing.
Leona Jung, Mitautorin der Studie vom DICE, bestätigte, dass die Gewinnspannen bei Benzin spürbar gestiegen seien. Gleichzeitig habe die Regelung nicht zu einer Senkung des allgemeinen Preisniveaus beigetragen. Jacob Schildknecht vom ZEW Mannheim wies darauf hin, dass die Diesel-Margen während des Untersuchungszeitraums zu stark schwankten, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 12-Stunden-Regel bisher nicht zu niedrigeren Spritpreisen für Verbraucher geführt hat. Stattdessen profitierten vor allem Benzin-Anbieter – insbesondere in bestimmten Regionen und bei kleineren Händlern – von höheren Gewinnspannen. Die Autoren der Studie fordern eine weitere Beobachtung, um die langfristigen Auswirkungen auf die Preisgestaltung und das Marktverhalten zu bewerten.






