Abschied von Bischof Wanke: Eine Ära der katholischen Kirche geht zu Ende
Maria-Theresia ThanelFormer Bischof Beerdigt - Hommage an Einflussreiche Amtszeit - Abschied von Bischof Wanke: Eine Ära der katholischen Kirche geht zu Ende
Altbischof Joachim Wanke wurde am Mittwoch in Erfurt beigesetzt, nachdem in der Kathedrale der Stadt ein feierliches Requiem für ihn stattgefunden hatte. Hunderte Trauergäste, darunter prominente Vertreter aus Kirche und Politik, versammelten sich, um dem verstorbenen Bischof die letzte Ehre zu erweisen, der am 12. März im Alter von 84 Jahren verstorben war. Sein Vermächtnis als prägende Persönlichkeit der katholischen Kirche in Ostdeutschland wurde mit Würdigungen und Rückblicken gewürdigt.
Wanke leitete den Erfurter Kirchenbezirk ab 1981 und führte ihn durch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. 1994 wurde der Bezirk zum eigenständigen Bistum erhoben, und Wanke wurde als erster Bischof eingesetzt – ein Amt, das er bis 2012 innehatte. Unter seiner Führung entwickelte sich das Bistum zu einer Institution, die für ihren offenen Dialog mit der Gesellschaft, anderen christlichen Konfessionen und auch mit Menschen außerhalb der Kirche bekannt war.
Die Trauermesse füllte die Erfurter Kathedrale bis auf den letzten Platz, sodass der Gottesdienst sogar in die benachbarte Severikirche übertragen werden musste, um der großen Zahl der Trauernden gerecht zu werden. Bischof Gerhard Feige aus Magdeburg hielt die Predigt und lobte Wankes Mut und Kreativität, mit der er die Rolle der Kirche während und nach den politischen Umbrüchen in der DDR prägte. Feige bezeichnete ihn als eine der prägendsten Gestalten der katholischen Kirchengeschichte der Region.
Nach dem Requiem wurde Wankes Sarg in einer Prozession von der Kathedrale in den Kreuzgang getragen, wo er seine letzte Ruhestätte fand. Sein Führungsstil – geprägt von theologischer Klarheit, kurzen Entscheidungswegen und flachen Hierarchien – hinterließ bleibende Spuren im Bistum und in der Gemeinschaft.
Mit Wankes Tod endet eine Ära für das Bistum Erfurt, das er mitaufbaute und neu prägte. Sein Einsatz für Dialog und Offenheit formte über Jahrzehnte dessen Identität. Die große Teilnahme an seiner Beisetzung unterstrich noch einmal den Respekt und den Einfluss, den er in Kirche und Gesellschaft genoss.






