16 March 2026, 00:38

AfD in Sachsen-Anhalt: Vetternwirtschaft belastet die Partei und das Vertrauen der Wähler

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund zeigt "Kinderaustriebsarbeit ist eine nationale Gefahr - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen", mit einer Gruppe verschiedener Menschen, die gemeinsam stehen.

Familienbesuche - Möller setzt sich für neue AfD-Regeln ein - AfD in Sachsen-Anhalt: Vetternwirtschaft belastet die Partei und das Vertrauen der Wähler

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht erneut wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der Kritik – insbesondere in Sachsen-Anhalt. Parteichef Tino Chrupalla räumte ein, das Thema sorge für "ein Gefühl der Unbehaglichkeit", während der Landesvorsitzende Stefan Möller strengere ethische Richtlinien fordert, um das Problem einzudämmen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Berichte, wonach mehrere AfD-Politiker in Sachsen-Anhalt Angehörige oder enge Vertraute eingestellt haben. Ein bestätigter Fall betrifft Chrupalla selbst, der die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert in seinen Wahlkreisbüros beschäftigt. Zwar sind solche Anstellungen rechtlich zulässig, doch Möller argumentiert, sie schadeten dem Vertrauen der Partei.

Möller schlägt vor, die Satzung der AfD auf dem nächsten Bundesparteitag zu ändern, um klarere Grenzen zu ziehen. Aktualisierte Leitlinien sollen Abgeordneten verdeutlichen, was bei der Einstellung von Mitarbeitern akzeptabel ist. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei sich von Vorwürfen der Bevorzugung distanzieren will – konkrete Zahlen zu betroffenen Bundestagsabgeordneten wurden jedoch nicht genannt.

Trotz der Vorwürfe bestreitet die AfD in Sachsen-Anhalt jedwedes Fehlverhalten. Chrupallas Äußerungen deuten jedoch darauf hin, dass intern anerkannt wird, dass solche Praktiken das öffentliche Vertrauen untergraben könnten.

Die Debatte zeigt den wachsenden Druck auf die AfD, ihre Einstellungspraxis zu reformieren. Möllers geplante Regeländerungen zielen darauf ab, weitere Glaubwürdigkeitsprobleme zu vermeiden, doch konkrete Maßnahmen stehen noch aus. Der Fokus bleibt vorerst auf Sachsen-Anhalt, wo mehrere Fälle auf Kritik gestoßen sind.

AKTUALISIERUNG

AfD reagiert auf Vetternwirtschaftsvorwürfe mit internen Reformen

Die AfD-Führung hat konkrete Schritte zur Bewältigung der wachsenden Kontroverse um Familieneinstellungen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bestätigt. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Interne Kommissionen wurden eingerichtet, um Vorwürfe der Vetternwirtschaft in beiden Regionen zu untersuchen.
  • Mindestens ein Mitarbeiter wurde wegen Beteiligung an der Angelegenheit entlassen.
  • Ein proposed special party congress to address the scandal was rejected, with a commission led by Gordon Köhler appointed instead.