13 June 2026, 12:14

Aktivistin entlarvt Kulturministers frühe Gedichte als "geschmacklos" – und spendet sie der Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin entlarvt Kulturministers frühe Gedichte als "geschmacklos" – und spendet sie der Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat der Deutschen Nationalbibliothek ein Exemplar der frühen Gedichtsammlung des Kulturministers Wolfram Weimer überreicht. Der Band Kopfpilz wurde 1986 von Weimer im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag veröffentlicht. Root hat zudem eine digitale Version kostenlos auf Archive.org zum Download bereitgestellt.

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Ihre Aktion steht im Zusammenhang mit einer grundsätzlichen Kritik an Weimers Kulturpolitik. Sie wirft ihm vor, drei linke Buchhandlungen von einer Preisverleihung ausgeschlossen zu haben, und verweist auf seine Rolle als Unternehmer und Lobbyist. Darüber hinaus prangert sie die Inhalte von Kopfpilz an, die sie als geschmacklos und plump bezeichnet. Gedichte wie Vorfreude und Unglück führt sie als Beispiele für eine „Vergewaltigungskultur“ fördernde Texte an.

Root betont, dass ihre Kampagne nicht persönlich motiviert sei, sondern eine öffentliche Auseinandersetzung mit Weimers Maßstäben darstelle. Die Aktivistin ist bekannt für spektakuläre Aktionen – so infiltrierte sie etwa beim Chaos Communication Congress eine rechtsextreme Dating-Plattform. Das Ministerium hatte zuvor argumentiert, physische Mediensammlungen seien im digitalen Zeitalter überholt – eine Position, der Root mit ihrer Spende entgegenzutreten scheint.

Um ihre Forderungen weiter voranzutreiben, plant sie, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern. Der Erlös soll an Lesen Hilft gehen, eine Initiative zur Unterstützung linker Buchhandlungen.

Durch die Übergabe und Digitalisierung von Kopfpilz rückt Weimers frühes Werk wie auch seine aktuelle Politik in den Fokus. Roots Engagement zielt darauf ab, den Minister an seinen eigenen künstlerischen und beruflichen Standards zu messen. Die Versteigerung kommt direkt jenen Buchhandlungen zugute, die ihrer Ansicht nach zu Unrecht übergangen wurden.

Quelle