22 March 2026, 06:24

Apotheken in MV schließen sich bundesweitem Protest gegen Regierungspolitik an

Eine Gruppe von Menschen mit Protestschildern vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts daneben, vor einer Kulisse von städtischen Gebäuden in Deutschland.

80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Apotheken in MV schließen sich bundesweitem Protest gegen Regierungspolitik an

Apotheken in ganz Mecklenburg-Vorpommern schließen am Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests

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Am Montag bleiben die meisten Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen – als Teil einer bundesweiten Protestaktion. Die von den deutschen Apothekerverbänden unter dem Dach der ABDA geführte Initiative fordert dringende Kurskorrekturen in der Regierungspolitik, die den Sektor belastet. Über 80 Prozent der nicht-notdiensthabenden Apotheken in der Region wollen sich dem Streik anschließen.

Im Fokus der Kritik steht der Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG), den die Bundesregierung vorgelegt hat. Die Apotheker werfen dem Gesetz vor, zentrale finanzielle und betriebliche Probleme des Sektors zu ignorieren. So sind die Vergütungssätze für apothekerliche Leistungen seit 2013 eingefroren – trotz steigender Kosten. Zudem lehnen die Verbände Pläne ab, Apotheken künftig ohne durchgehende Anwesenheit einer Fachkraft betreiben zu dürfen. Dies berge Risiken für die Patientensicherheit und könnte die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland gefährden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Stand Ende 2024 rund 350 Apotheken. Während der Notdienst wie gewohnt aufrechterhalten wird, sollten Patienten nicht dringende Besuche möglichst auf Dienstag verschieben. Eine Übersicht der geöffneten Apotheken findet sich im Online-Portal der Apothekerkammer.

Parallel beteiligen sich Apotheker aus der Region an einer größeren Kundgebung in Berlin. Ihre Forderungen umfassen eine sofortige Anhebung der Vergütung, die Anpassung der seit Jahren unveränderten Festzuschläge sowie die Umsetzung längst versprochener Gebührenreformen durch die Regierungskoalition.

Der Streik unterstreicht den wachsenden Druck auf die Politik, ihre Apothekenpolitik grundlegend zu überarbeiten. Mit der Schließung der meisten nicht-notdiensthabenden Apotheken wird die prekäre finanzielle Lage des Sektors deutlich – und seine Bedeutung als dezentrales Arzneimittelreservoir Deutschlands. Die Apotheker warnen: Ohne schnelle Lösungen drohten weitere Schließungen und Versorgungsengpässe.

Quelle