Autoindustrie in der Krise: Volkswagen plant drastische Stellenstreichungen und Standortschließungen
Claudius KeudelAutoindustrie in der Krise: Volkswagen plant drastische Stellenstreichungen und Standortschließungen
Deutschlands Autoindustrie steht vor massiven Jobverlusten. Ein Bericht des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) vom Mai 2023 prognostizierte, dass bis 2035 zusätzlich 225.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Nun zeichnen sich weitere Kürzungen ab – eine Entwicklung, die bei Beschäftigten und Experten Sorgen auslöst.
Laut Medienberichten plant Volkswagen, weltweit bis zu 100.000 Stellen abzubauen, was einem Rückgang der Belegschaft um etwa 15 Prozent entsprechen würde. Wie der NDR berichtet, könnten im Rahmen der Umstrukturierung vier deutsche Standorte – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – geschlossen werden. Das Unternehmen wollte die Meldung auf Anfrage nicht bestätigen und lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Folgen der Stellenstreichungen sind bereits spürbar: Daten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY zeigen, dass in den vergangenen sechs Jahren jeder siebte Arbeitsplatz in der deutschen Autoindustrie verschwunden ist. Viele Beschäftigte überdenken nun ihre berufliche Zukunft und suchen nach Alternativen außerhalb der Branche. Forscher wie Simone Kauffeld, Inhaberin des Lehrstuhls für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie an der TU Braunschweig, untersuchen die weiteren gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Entwicklungen.
In den VDA-Prognosen sind die möglichen Entlassungen bei Volkswagen noch nicht berücksichtigt – die Gesamtzahl der Jobverluste in der Branche könnte daher noch weiter steigen. Beschäftigte und Analysten beobachten die Lage mit großer Aufmerksamkeit, während sich die Situation weiter zuspitzt.
