27 April 2026, 22:21

Bartsch lehnt Lockerung der Schuldenbremse für Militäretat strikt ab

Deutsches Auslandsanleihe-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einer Frauendarstellung, bedrucktem Text und numerischer Benennung.

Bartsch lehnt Lockerung der Schuldenbremse für Militäretat strikt ab

Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, hat sich gegen einen Vorschlag ausgesprochen, die deutschen Schuldenregeln zu lockern. Der Plan, vorgelegt vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch, sieht vor, zusätzliche Kredite für Militärausgaben aufzunehmen – als Reaktion auf die Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran. Bartsch lehnte den Vorstoß ab und warnte vor finanzieller Fehlsteuerung sowie gebrochenen Reformversprechen.

Bartsch argumentierte, dass eine Aussetzung der Schuldenbremse allein für Verteidigungszwecke ein gefährliches Präzedenzfall schaffen würde. Er betonte, dass die bestehenden Kreditgrenzen für alle Bereiche gleichermaßen gelten müssten – andernfalls könnten die Militäretats auf Kosten anderer Prioritäten unkontrolliert anwachsen. Seine Bedenken speisen sich aus Erfahrungen mit der Kontrolle von Verteidigungsausgaben, bei denen seiner Ansicht nach in der Vergangenheit Milliarden verschwendet wurden.

Der Linken-Politiker kritisierte zudem die aktuelle Schuldenpolitik der Regierung. Er behauptet, dass versprochene Investitionen in Infrastruktur, sozialen Zusammenhalt und strukturelle Reformen bis heute ausblieben. Ohne echten Wandel, so seine Warnung, würde eine weitere Kreditaufnahme die bestehenden Probleme nur verschärfen.

Bartsch lehnte Schulden nicht grundsätzlich ab, bestand jedoch darauf, dass ihre Verwendung gerechtfertigt sein müsse. Er verwies auf uneingelöste Zusagen in den Bereichen Renten, Gesundheitswesen und öffentliche Dienstleistungen und argumentierte, dass neue Kredite stattdessen in diese Bereiche fließen sollten – und nicht in eine Aufrüstung. Seine Haltung spiegelt die Frustration über eine vermeintliche Verschiebung der Prioritäten seit dem Wahlkampf wider, als die Reformzusagen noch deutlicher ausgefallen waren.

Seine Ablehnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der SPD-Vorschlag Militärausgaben als "außergewöhnlichen Notfall" einstufen will – eine Schlupflücke, die die üblichen Schuldengrenzen umgehen würde. Bartsch fürchtet, dass dies zu einer Spirale steigender Verteidigungskosten führen könnte, während andere Sektoren weiter unterfinanziert bleiben.

Der Streit unterstreicht die Spannungen um die deutschen Haushaltsregeln und Ausgabenprioritäten. Bartschs Ablehnung des SPD-Plans bedeutet, dass der Vorschlag im Bundestag auf Widerstand stoßen wird. Vorerst bleibt die Schuldenbremse in Kraft – die Debatte um Militärfinanzierung und Reformbudgets geht jedoch weiter.

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