Bayerns 110-Millionen-Fonds: Wer profitiert von den Fördergeldern wirklich?
Evangelos Rörricht110 Millionen Euro für 600 Projekte in Bayern - Bayerns 110-Millionen-Fonds: Wer profitiert von den Fördergeldern wirklich?
Die bayerischen Regierungsparteien haben die Verteilung des diesjährigen 110-Millionen-Euro-Fonds für regionale Projekte abgeschlossen. Das Geld soll rund 600 Initiativen in Bereichen von der Gesundheitsversorgung bis zum Kulturerhalt fördern. Kritiker werfen jedoch vor, die Mittelvergabe diene oft politischen Interessen statt rein öffentlichen Bedürfnissen.
Den größten Anteil – 30 Millionen Euro – erhalten Kunst, Kultur, Museen und wissenschaftliche Forschung. Zu den geförderten Vorhaben gehört eine Kooperation der Universität Regensburg und der Technischen Universität München, die mit 700.000 Euro unterstützt wird. Ihr gemeinsames Forschungsprojekt widmet sich der Bekämpfung multiresistenter Krankheitserreger.
Weitere 8,6 Millionen Euro fließen in die Sanierung und den Erhalt von Kirchen. Die Gesundheits- und Altenpflege erhält 7,5 Millionen Euro, während Jugendprogramme und Inklusionsmaßnahmen mit zusätzlichen 10 Millionen Euro bedacht werden. Ein kleinerer, aber bemerkenswerter Zuschuss von 110.000 Euro fördert eine Studie zum 400-jährigen Jubiläum der Oberammergauer Passionsspiele.
Im vergangenen Jahr hatten sich rund 400 Projekte 90 Millionen Euro geteilt. Das erhöhte Budget in diesem Jahr spiegelt ein breiteres Spektrum an Prioritäten wider, darunter Sport, ländliche Entwicklung und wissenschaftliche Forschung. Allerdings sind neben den beiden Universitäten keine weiteren bayerischen Einrichtungen als Empfänger von Mitteln für die Erregerforschung in diesem Programm aufgeführt.
Der 110-Millionen-Euro-Fonds kommt in diesem Jahr mehr Projekten zugute als in den Vorjahren. Zwar decken die Fördergelder vielfältige Bereiche ab, doch zweifeln einige Beobachter an, ob die Auswahl nicht vor allem lokale politische Vorteile im Blick hat. Die tatsächliche Wirkung dieser Investitionen wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Projekte voranschreiten.