Berlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln und mehr Digitalisierung an Schulen
Frida StiebitzBerlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln und mehr Digitalisierung an Schulen
Berlins Bildungssystem steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem der Senat einen Entwurf zur Novelle des Schulgesetzes verabschiedet hat. Das neue Gesetz führt strengere Regeln bei Schulschwänzen ein, sieht häufigere Leistungsüberprüfungen der Schüler:innen vor und modernisiert die digitalen Systeme für Klassenbücher und Zeugnisse. Laut Behörden sollen die Reformen die Schulen "zukunftsfähig" machen.
Der Gesetzentwurf bringt mehrere zentrale Neuerungen mit sich. Künftig werden Schulen die Lernfortschritte der Schüler:innen systematischer erfassen – mithilfe standardisierter Tests und Vergleichsdaten. Ziel ist es, Wissenslücken früher zu erkennen und die Wirksamkeit von Unterrichtsmethoden besser zu bewerten.
Bei unentschuldigten Fehlzeiten drohen künftig schärfere Konsequenzen. Wer wiederholt ohne triftigen Grund der Schule fernbleibt, muss möglicherweise einen Amtsarzt aufsuchen. Zudem regelt das Gesetz die Übergänge zwischen den Schulformen neu, um Schülern den Wechsel in die weiterführende Bildung zu erleichtern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung. Klassenbücher, Zeugnisse und Schülerausweise werden auf Online-Systeme umgestellt. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) an Schulen wird im Gesetz thematisiert – konkrete Anwendungsregeln stehen jedoch noch aus.
Laut Senat soll die Reform die Bildungsqualität in Berlin insgesamt steigern. Bisher gibt es jedoch keine Belege aus anderen Bundesländern oder internationalen Städten, die zeigen, wie sich ähnliche datengestützte Systeme in der Vergangenheit auf Lernerfolge oder Unterrichtsstandards ausgewirkt haben.
Der überarbeitete Schulgesetz-Entwurf geht nun in die nächste Runde der Beratungen. Bei einer Verabschiedung würden Berlins Schulen künftig strengere Anwesenheitskontrollen, regelmäßige Leistungschecks und digitale Dokumentation einführen. Die Reformen markieren einen grundlegenden Wandel, wie die Stadt künftig schulische Leistungen erfasst und Schüler:innen fördert.






