Berliner Kulturschaffende fordern drei Prozent des Haushalts für die Künste
Claudius KeudelBerliner Kulturschaffende fordern drei Prozent des Haushalts für die Künste
Ein Bündnis Berliner Kulturinstitutionen hat eine Kampagne gestartet, um die Förderung der Künste ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ nutzt den Wahlkampf, um mehr Unterstützung für den Kulturbereich zu fordern. Unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur wird ihr Slogan in den kommenden Wochen an Spielstätten in der ganzen Stadt zu sehen sein.
Kernstück der Kampagne ist das „Berliner Kulturgelöbnis“. Darin wird gefordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen und ein eigenes Gesetz zur Kulturförderung angemahnt.
Bei einer öffentlichen Veranstaltung meldeten sich prominente Vertreter:innen zu Wort. Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, verurteilte die jüngsten Kürzungen im Kulturbudget als kurzsichtig und wies auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin. Gabriela Dan Droste, Direktorin des FELD Theaters, verglich die finanziellen Nöte ihres Hauses mit dem Mythos von Ikarus. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte, dass steigende Mieten den Abriss des Theaters erzwingen könnten.
Die Initiative hat für die Kandidat:innen der anstehenden Wahlen „kulturelle Lackmustests“ vorbereitet – mit Fragen zu künstlerischer Bildung und langfristigen Kulturkonzepten. Bei der Auftaktveranstaltung waren unter anderem Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg anwesend.
Reese unterstrich die prägende Kraft von Kultur mit einer persönlichen Anekdote: Ein Theaterbesuch mit 14 Jahren in Paderborn habe sein Leben entscheidend verändert.
Die Aktionswoche soll die Wahlkampfdebatte in Berlin mitprägen. Die Organisator:innen wollen Kultur zu einem entscheidenden Thema für die Wähler:innen machen. In der ganzen Stadt werden Spielstätten die Kampagnenbotschaft zeigen, um den Druck auf die Politik aufrechtzuerhalten.






