BP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Raffinerie Gelsenkirchen verkauft
Evangelos RörrichtBP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Raffinerie Gelsenkirchen verkauft
BP treibt Umstrukturierung voran – Ölpreise steigen, Lieferketten unter Druck
BP setzt seinen ehrgeizigen Umstrukturierungsplan konsequent um, während die Ölpreise stark anziehen und die Belastungen für die Lieferketten zunehmen. Das Unternehmen hat bereits mehr als die Hälfte seines Desinvestitionsziels von 20 Milliarden US-Dollar erreicht – ein wichtiger Meilenstein war der jüngste Verkauf der deutschen Raffinerie in Gelsenkirchen. Diese Schritte gehen einher mit wachsendem Vertrauen der Aktionäre und rigorosen Kostensenkungsmaßnahmen, die die finanzielle Position des Konzerns stärken sollen.
Seit Mai 2025 hat die unter der Führung von CEO Murray Auchincloss vorangetriebene Neuausrichtung den Marktwert von BP um etwa 8 Prozent steigen lassen – von 85 Milliarden auf 92 Milliarden US-Dollar bis März 2026. Treibende Kräfte hinter diesem Anstieg sind die gestiegenen Ölpreise – die Nordsee-Sorte Brent kletterte von 82 auf rund 112 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch Blockaden in der Straße von Hormus – sowie Einsparungen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar und eine erhöhte Dividendenausschüttung. Trotz der Herausforderungen bei der Energiewende haben diese Maßnahmen die Stimmung unter den Investoren deutlich verbessert.
Zu den jüngsten Desinvestitionen gehört der Verkauf der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Der Deal umfasst rund 1.800 Mitarbeiter und eine Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen pro Jahr. Zudem könnte BP durch den Verkauf bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten loswerden. Nach der Bekanntgabe stuft die HSBC die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöht das Kursziel auf 45,30 US-Dollar.
Darüber hinaus hat BP sein Einsparungsziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar angehoben. Ziel ist es, den Cashflow zu verbessern und die Bilanz in einem volatilen Energiemarkt zu stabilisieren. Unterdessen hat die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act erteilt, um Engpässe in den Lieferketten zu mildern – eine Entlastung für Raffineriebetreiber wie BP bei logistischen Herausforderungen.
Doch nicht alle Übergänge verlaufen reibungslos: Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen sperrte BP rund 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter der Whiting-Raffinerie in Indiana aus. Der Konflikt unterstreicht die anhaltenden Spannungen, während der Konzern seine Umstrukturierung beschleunigt.
Die Desinvestitionen und Kostensenkungen von BP tragen bereits Früchte: Der Marktwert steigt, und Analysten bessern ihre Prognosen auf. Der Verkauf des Standorts Gelsenkirchen und die hohen Ölpreise bringen kurzfristige Entlastung – doch Arbeitskonflikte und die Herausforderungen der Energiewende bleiben bestehen. Die nächsten Schritte des Unternehmens werden zeigen, ob die Strategie langfristige Stabilität sichern kann.






