Brandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
Frida StiebitzBrandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
Neues Joint Venture bringt Produktion autonomer Drohnenabwehrsysteme nach Brandenburg an der Havel
Die HD Advanced Technologies (HDAT), eine Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG, geht eine Partnerschaft mit OAS ein, einem US-israelischen Unternehmen der Ondas-Gruppe. In der neuen Produktionsstätte sollen Drohnen- und Sensortechnologie mit deutschem Ingenieurswissen kombiniert werden, um Abwehrsysteme für Deutschland, die Ukraine und später den gesamten EU-Markt herzustellen.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit 1991 in Brandenburg an der Havel ansässig und fertigt dort mechanische Komponenten für Druckmaschinen. Der Standort beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik an. Mit dem neuen Projekt soll die bestehende Infrastruktur für die Rüstungsproduktion umgenutzt werden.
Bürgermeister Daniel Keip (SPD) unterstützt die Initiative und bezeichnet sie als Stärkung des industriellen Rufs der Stadt. Doch das Vorhaben stößt auch auf Kritik aus der lokalen Politik. Heidi Hauffe, Vorsitzende des BSW-Ortsverbands, warnt, dass ein Drohnenabwehrzentrum die Stadt zu einem möglichen Angriffsziel machen könnte. Dominik Mikhalkevich, BSW-Stellvertreter und Bewohner des Stadtteils Hohenstücken, argumentiert, die Region werde seit 1990 vernachlässigt und brauche stattdessen Investitionen in zivile Projekte.
Auch auf Landes- und Bundesebene gibt es Vorbehalte. Andreas Kutsche, BSW-Landtagsabgeordneter, bezeichnet militärische Produktion als "totes Kapital", das keine nachhaltige Wirtschaftsförderung biete. Christin Willnat, Bundestagsabgeordnete der Linken, fordert Investitionen in zivile Technologien statt in Rüstung und äußert Bedenken hinsichtlich Exporten in Krisengebiete.
Das Joint Venture wird seinen Standort in Brandenburg an der Havel aufbauen und sich zunächst auf die Märkte in Deutschland und der Ukraine konzentrieren. Die bestehende Belegschaft und die Ausbildungsprogramme sollen die neue Produktionslinie unterstützen. Unterdessen hält die politische Debatte über die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen des Wandels hin zur Rüstungsindustrie an.






