Bundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz für Autobahnen und Schienen
Frida StiebitzBundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz für Autobahnen und Schienen
Der Deutsche Bundestag hat ein neues Beschleunigungsgesetz verabschiedet, um Großprojekte im Infrastruktursektor zu beschleunigen. Das Gesetz zielt auf Autobahnen, Schienenwege und Wasserstraßen ab und soll langwierige Genehmigungsverfahren verkürzen. Es erhielt Unterstützung aus der Mitte-rechts-Koalition, stieß aber auf Kritik der Oppositionsparteien.
Die Neuregelung ändert verfahrensrechtliche, planerische und umweltbezogene Vorschriften, um wichtige Infrastrukturvorhaben zu beschleunigen. Bestimmte Projekte werden als von „höchstem öffentlichen Interesse und öffentlicher Sicherheit“ eingestuft, was schnellere Genehmigungen ermöglicht. Die Änderungen fließen in Initiativen ein, die über den mit 500 Milliarden Euro schuldenfinanzierten Sonderfonds für Infrastruktur gefördert werden.
Während der Debatte meldeten sich kritische Stimmen aus der Opposition. Der AfD-Abgeordnete Ulrich von Zons warnte vor möglichen Enteignungen und behauptete, das Gesetz schaffe keine faire Interessenabwägung. Der Linken-Politiker Jorrit Bosch verwies auf Personalmangel in Behörden als zentrales Hindernis für die Planung. Die Grünen betonten, der Ausbau der Schieneninfrastruktur müsse Vorrang vor Autobahnprojekten haben.
Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, bedarf es noch der endgültigen Zustimmung des Bundesrates. Ziel der Neuregelung ist es, zu verhindern, dass dringende Projekte jahrelang oder gar jahrzehntelang blockiert werden. Durch gestraffte und digitalisierte Genehmigungsverfahren soll die Umsetzung beschleunigt werden. Sein Erfolg hängt jedoch vom abschließenden Votum des Bundesrates und der Fähigkeit der Regierung ab, den Personalmangel in den zuständigen Behörden zu beheben.
