C-Factory: Wie carbonbewehrter Beton die Baubranche revolutionieren soll
Claudius KeudelC-Factory: Wie carbonbewehrter Beton die Baubranche revolutionieren soll
Ein neues Projekt will die Baubranche revolutionieren – durch die großflächige Produktion von carbonbewehrtem Beton. Das unter dem Namen C-Factory laufende Vorhaben wurde offiziell im CUBE-Gebäude der TU Dresden gestartet. Es verspricht, den Ressourcenverbrauch um bis zu 80 Prozent zu senken und gleichzeitig leichtere sowie langlebigere Konstruktionen als herkömmlicher Beton zu ermöglichen.
Federführend ist das Leipziger Unternehmen Kahnt & Tietze GmbH, das gemeinsam mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und der TU Dresden an der Umsetzung arbeitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Projekt mit rund 14 Millionen Euro. In den kommenden vier Jahren soll in Leipzig eine Pilotanlage entstehen und in Betrieb genommen werden.
Carbonbewehrter Beton ersetzt Stahl durch Kohlenstofffasern, wodurch dünnere, stabilere und haltbarere Bauteile möglich werden. Diese Technologie könnte die Umweltbelastung des Bausektors deutlich verringern – immerhin sind Gebäude für 40 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Bisher wurde das Material vor allem in kleineren Anwendungen getestet, eine großindustrielle Nutzung steht jedoch noch aus.
Das C-Factory-Team konzentriert sich nun darauf, die Produktionsverfahren so zu optimieren, dass carbonbewehrter Beton marktfähig wird. Das Projekt läuft bis Ende 2029 und zielt darauf ab, die Technologie aus den Forschungslabors auf kommerzielle Baustellen zu übertragen.
Gelingt das Vorhaben, könnte die C-Factory-Initiative den Gebäudebau in Deutschland grundlegend verändern. Die Pilotanlage in Leipzig dient als Testumgebung für die industrielle Großproduktion. Bis 2029 soll das Projekt beweisen, dass carbonbewehrter Beton sowohl ökologische als auch strukturelle Vorteile in großem Maßstab bieten kann.






