27 April 2026, 20:23

CDU und AfD in Biebesheim lösen bundesweiten Streit über Kommunalbündnisse aus

Ein buntes Landkartenplakat der 2011er Volksabstimmung in Südsudan mit Symbolen und erklärendem Text.

CDU und AfD in Biebesheim lösen bundesweiten Streit über Kommunalbündnisse aus

In Biebesheim am Rhein ist ein lokaler politischer Streit entbrannt, nachdem CDU- und AfD-Gemeinderäte gemeinsam freiwillige Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt haben. Der Schritt hat Ausschlussverfahren gegen die beteiligten CDU-Mitglieder ausgelöst, wobei die Parteiführung die Zusammenarbeit als inakzeptabel verurteilte. Die kleine Gemeinde mit 6.000 Einwohnern steht plötzlich im Mittelpunkt einer bundesweiten Debatte über parteiübergreifende Bündnisse auf kommunaler Ebene.

Der Konflikt begann, als CDU- und AfD-Vertreter eine gemeinsame Kandidatenliste für die Stellvertreterposten des Bürgermeisters einreichten. Damit stellten sie sich direkt gegen einen Gegenvorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 der 31 Sitze im Gemeinderat halten. Die AfD, die über sechs Sitze verfügt, setzte mit der abgestimmten Liste ihren Kandidaten Bernd Kahnert im Gemeindevorstand durch.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte offen dafür plädiert, dass seine Partei einen der Stellvertreterposten besetzen solle – trotz der nur acht Sitze starken CDU-Fraktion im Gemeinderat. Doch die regionale Parteiführung lehnte die Kooperation umgehend ab. Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau unter Vorsitz von Stefan Sauer leitete Ausschlussverfahren gegen diejenigen ein, die mit der AfD gestimmt hatten, und bezeichnete die Maßnahme als "sofort und entschlossen" notwendig. Weitere disziplinarische Schritte werden nun geprüft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die CDU bezeichnete die gemeinsame Abstimmung als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" und betonte, dass ein solches Vorgehen nicht geduldet werde. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte die harte Linie und unterstrich, dass die Partei jede formelle oder informelle Zusammenarbeit mit der AfD ablehne. Der Vorfall passt in einen größeren Trend: Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) ergab, dass in fast 19 Prozent von 5.000 inhaltlichen Kommunalabstimmungen zwischen 2019 und 2024 andere Parteien direkt mit der AfD kooperierten.

Mit den eingeleiteten Disziplinarmaßnahmen setzt die CDU ein klares Zeichen gegen lokale Bündnisse mit der AfD. Die Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder laufen bereits, während die Partei über weitere Schritte berät. Das Ergebnis wird zeigen, ob ähnliche parteiübergreifende Initiativen in Biebesheim oder anderen Gemeinden mit vergleichbaren politischen Gräben wiederkehren.

Quelle