27 June 2026, 12:14

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Eine Farce zwischen Klimawandel und gesellschaftlicher Spaltung

Die große Versalzung

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Eine Farce zwischen Klimawandel und gesellschaftlicher Spaltung

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat eine neue Farce Premiere gefeiert. Unter der Regie von Brit Bartkowiak zeigt das Stück das fiktive Dorf Debritz in Ostdeutschland als trostlose Ödnis. Mit Humor und Absurdität werden dabei ernste Themen wie Klimawandel und gesellschaftliche Spaltung beleuchtet.

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Debritz war einst ein blühendes Zentrum des Salzbergbaus. Doch Missernten, stillgelegte Industrien und ein mangelhafter Öffentlicher Nahverkehr haben den Ort in den Niedergang getrieben. Der Klimawandel wird als einer der Hauptgründe für seinen Verfall dargestellt.

Das Dorf dient als Mikrokosmos größerer Probleme. Während sich Fabrikarbeiter rechtspopulistischen Strömungen zuwenden, schwärmt ein wohlhabender Tourist von der trostlosen Atmosphäre. Nur Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik stechen als voll ausgearbeitete Figuren aus dem Ensemble heraus.

Die Handlung ist gespickt mit surrealen und komischen Momenten. Barbarossa, eine unterirdische Kultfigur der Einheimischen, sorgt für viel Gelächter. „Candy the Candle“, in einem pinkfarbenen Kostüm, intoniert eine spöttische Hymne über die Nöte des Dorfs. Peggy wiederum ist in einer Online-Dating-Szene zu sehen, die ihr einen digitalen Fluchtweg aus der harten Realität bietet.

Das Stück endet im Chaos: Peggy und Maik zerstören die Siedlung in einem explosiven Finale.

Die Inszenierung thematisiert die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland sowie die Folgen des Klimawandels. Mit einer Mischung aus Farce, Slapstick und scharfer Gesellschaftskritik hat die Premiere in Karlsruhe für Aufmerksamkeit gesorgt. Gerade die Absurdität des Stücks unterstreicht die schonungslosen Realitäten, die es auf die Bühne bringt.

Quelle