Deutsche Bahn kämpft mit Pannen, Personalwechseln und neuem Wettbewerb
Frida StiebitzDeutsche Bahn kämpft mit Pannen, Personalwechseln und neuem Wettbewerb
Neue Störungen im deutschen Schienennetz
Diese Woche sah sich das deutsche Bahnnetz mit erneuten Behinderungen konfrontiert. Ein plötzlicher Ausfall des Zugfunks brachte den Betrieb am Dienstagabend zum Erliegen und ließ tausende Reisende stranden.
Der Vorfall verschärft die ohnehin schon angespannte Lage bei der Deutschen Bahn. Das Unternehmen steht bereits in der Kritik, nachdem sich die Fertigstellung des Großprojekts Stuttgart 21 weiter verzögert – die Inbetriebnahme wurde nun auf Ende 2031 verschoben. Als Hauptgründe für die fünfjährige Verzögerung gelten die komplexe Digitalisierung und mangelhafte Planung.
Auch in der Führungsetage des staatlichen Konzerns gibt es Bewegung: Finanzvorständin Karin Dohm verließ das Unternehmen nach nur vier Monaten, ihr Nachfolger wird Michael Obrowski, ein Manager von Volkswagen. Gleichzeitig gerät Vorstandschefin Evelyn Palla unter Druck vom Aufsichtsrat, der ihre Pläne zur Straffung der Strukturen und zur Übertragung von Verantwortung auf regionale Einheiten kritisch hinterfragt.
Zudem zeichnet sich mehr Wettbewerb für die Deutsche Bahn ab. Der italienische Anbieter Italo kündigte an, 2028 in den deutschen Fernverkehr einzusteigen. Das Unternehmen plant, 30 Hochgeschwindigkeitszüge auf profitablen Strecken einzusetzen – was die Subventionen verringern könnte, die die Deutsche Bahn bisher für weniger rentable Verbindungen erhält.
Der Ausfall des Zugfunks sorgte für erhebliche Reisebehinderungen. Die Verzögerung bei Stuttgart 21 und der Markteintritt von Italo werden den Druck auf die Deutsche Bahn weiter erhöhen. Mit Personalwechseln und Umstrukturierungen versucht das Unternehmen, seine anhaltenden Probleme in den Griff zu bekommen.
