17 June 2026, 18:58

Deutsche Industrie kämpft mit Rekordpleiten und schwindenden Aufträgen im Mai 2025

Industriekrise: Realit├Ąt schlimmer als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Deutsche Industrie kämpft mit Rekordpleiten und schwindenden Aufträgen im Mai 2025

Deutschlands Industrie steht vor wachsenden Herausforderungen, da der wirtschaftliche Druck zunimmt. Im Mai 2025 stiegen die Unternehmenspleiten stark an, während Schlüsselbranchen deutliche Rückgänge bei Aufträgen, Produktion und Beschäftigung verzeichneten.

Die Zahl der Firmeninsolvenzen kletterte im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Monate Mai in den Jahren 2016 bis 2019.

Auch die Industrieaufträge brachen ein. Im April gingen die Neuaufträge in der Metall- und Elektroindustrie um 5,4 Prozent gegenüber März zurück – ein stärkerer Rückgang als erwartet, selbst unter Berücksichtigung von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt im März. Über drei Monate (Februar bis April 2026) sanken die Industrieaufträge um 3,8 Prozent.

Die Produktion im Metall- und Elektrobereich ging im April um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. Im Jahresvergleich lag die Ausbringung 2,7 Prozent niedriger. Die aktuelle Produktion liegt 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung in der Branche beträgt nur noch 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.

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Auch der Arbeitsmarkt leidet. Im April sank die Beschäftigtenzahl auf 3,746 Millionen, ein saisonbereinigter Verlust von 15.600 Stellen – der größte monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 sind in der Branche über 300.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Staatsfinanzierte Programme konnten den Nachfrageschwund bisher nicht stoppen.

Die Daten zeichnen ein düsteres Bild für den deutschen Industriestandort: Die Insolvenzen steigen, Aufträge und Produktion gehen weiter zurück, und der Arbeitsplatzabbau hält an. Trotz staatlicher Eingriffe ist keine rasche Erholung der Industrieaufträge in Sicht.

Quelle