15 March 2026, 08:19

Digitales Grenzsystem EES startet: Biometrie ersetzt Passstempel im Schengen-Raum

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße, einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Digitales Grenzsystem EES startet: Biometrie ersetzt Passstempel im Schengen-Raum

Neues digitales Grenzsystem erfasst nun Reisende bei Ein- und Ausreise in den Schengen-Raum

Seit dem 17. Oktober 2024 ist das Einreise-/Ausreisesystem (EES) in Betrieb und ersetzt manuelle Passstempel durch biometrische Kontrollen. Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen, die jährlich über drei Millionen Grenzübertritte abwickeln, gehören zu den ersten Standorten, an denen das neue System eingeführt wird.

Das EES erfasst in Echtzeit Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Drittstaatsangehörigen. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und mit den nationalen Grenzkontrollsystemen verknüpft. Ziel ist es, die Identitätsprüfung zu verstärken, Betrug zu erschweren und die Überwachung von illegalen Aufenthalten effizienter zu gestalten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erläuterte, dass das System mit verschärften Kontrollen an den Landgrenzen einhergeht. Dadurch könnten sich die Behörden stärker auf den Luftverkehr konzentrieren, wo die hohen Passagierzahlen manuelle Überprüfungen erschweren. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 rund 4,5 Millionen Reisende – ein Indiz für die Dimension der Herausforderung.

Das EES ist ein zentraler Baustein der Sicherheit an den Außengrenzen des Schengen-Raums. Die Mitgliedstaaten sind auf zuverlässige Kontrollen an den Ein- und Ausreisepunkten angewiesen, um die Reisefreiheit innerhalb des Raums zu gewährleisten. Durch die Automatisierung der Datenerfassung soll das System die Lücken schließen, die durch das bisherige manuelle Stempelverfahren entstanden.

Mit dem EES vollzieht sich der Wandel von einer papierbasierten zu einer digitalen Grenzverwaltung im gesamten Schengen-Raum. Echtzeit-Biometrie ist nun an großen Flughäfen und Landgrenzen etabliert. Die Behörden erwarten, dass das System die Sicherheit erhöht, ohne den Reiseverkehr für Millionen Passagiere jährlich zu beeinträchtigen.

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