Energiearmut in Deutschland: Warum einkommensschwache Haushalte besonders unter Heizkosten leiden
Maria-Theresia ThanelEnergiearmut in Deutschland: Warum einkommensschwache Haushalte besonders unter Heizkosten leiden
Steigende Energiekosten treffen einkommensschwache Haushalte in Deutschland besonders hart – das geht aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht des Landes hervor. Familien mit einem Monatseinkommen von weniger als 1.300 Euro geben demnach mittlerweile zehn Prozent ihrer gesamten Ausgaben allein für Heizenergie im Wohnbereich aus. Wohlhabendere Haushalte mit Einkommen über 5.000 Euro wenden dagegen weniger als fünf Prozent ihres Budgets für dieselben Kosten auf.
Die Wohlfahrtsorganisation Caritas fordert dringend Reformen, um die Belastung für kämpfende Familien zu verringern. Eine zentrale Forderung ist eine gesetzliche Verpflichtung für Vermieter, klimafreundliche Heizsysteme in Mietwohnungen einzubauen. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa argumentiert, dies würde Mietern langfristige Preissicherheit bieten und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.
Seit 2023 müssen Vermieter einen Teil der CO₂-Kosten für fossile Heizungen tragen, wobei sich der Anteil an der Energieeffizienz des Gebäudes orientiert. Dadurch werden Mieter vor der vollständigen Weitergabe der Kosten geschützt. Die laufenden Reformen des Gebäudemodernisierungsgesetzes durch Union und SPD erlauben zwar weiterhin Öl- und Gasheizungen, sehen aber ab 2029 strengere Vorgaben vor. Dazu gehören steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe sowie Förderungen für Systeme wie Wärmepumpen – mindestens bis 2029.
Der Caritas-Verband setzt sich zudem für einen besseren Zugang zu staatlichen Hilfen ein, etwa durch Wohngeld, und für eine Ausweitung der Beratungsangebote wie den Energie-Check. Die Umstellung auf nachhaltige Wärmeversorgung, auch Wärmewende genannt, soll sowohl das Klima schützen als auch Haushalte vor schwankenden Energiemärkten bewahren.
Die geplanten Änderungen verbinden ökologische Ziele mit finanzieller Entlastung für Mieter. Subventionen für umweltfreundliche Heizsysteme und schärfere Regeln für fossile Brennstoffe sollen schrittweise eingeführt werden. Bei Umsetzung könnten diese Maßnahmen die langfristigen Kosten für einkommensschwache Haushalte senken und gleichzeitig Deutschlands Abhängigkeit von importiertem Öl verringern.






