Eskens Boykottaufruf gegen Podcast mit Björn Höcke spaltet die Medienwelt
Maria-Theresia ThanelEskens Boykottaufruf gegen Podcast mit Björn Höcke spaltet die Medienwelt
Ein politischer Streit ist nach einem Podcast-Interview mit dem rechtsextremen Politiker Björn Höcke entbrannt. Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Co-Vorsitzende der SPD, hat zu einem Boykott der Podcast-Sendung Unscripted des Journalisten Benjamin Berndt aufgerufen. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Finanzierung solcher Interviews mit umstrittenen Politikern durch Werbegelder von Unternehmen.
Esken kritisierte Berndt scharf dafür, Höcke, den AfD-Landesvorsitzenden in Thüringen, in seinem Podcast zu Wort kommen zu lassen. Sie argumentierte, Unternehmen dürften keine Plattform finanzieren, auf der Höcke „unwidersprochene Fantasien“ über den angeblich geplanten „Völkermord am deutschen Volk“ verbreiten könne. Esken schlug eine klare Lösung vor: „Sagen wir es so – Blacklisting wirkt.“
Berndt verteidigte seine Entscheidung in einem Interview mit der Jungen Freiheit. Höcke werde seit über einem Jahrzehnt „von den Medien wie kein Zweiter dämonisiert“, was nur das Interesse an seinem Podcast steigere, so Berndt. Er betonte, er spreche mit Vertretern aus dem gesamten politischen Spektrum, darunter auch Linkspolitiker wie Jan van Aken sowie umstrittene Persönlichkeiten wie Maximilian Krah und Hans-Georg Maaßen.
Das Magazin Der Spiegel warf Unscripted vor, eine „rechtspopulistische Schieflage“ aufzuweisen, da kritische Nachfragen zu kurz kämen. Berndt entgegnete, er fülle eine Lücke, die der Mainstream-Journalismus lasse, indem er auch mit polarisierenden Gästen spreche.
Die Debatte spiegelt die Spannungen zwischen Medienplattformen und werbefinanzierten Inhalten wider. Eskens Boykottaufruf setzt Unternehmen unter Druck, ihre Unterstützung für Unscripted zu überdenken. Berndt hingegen bleibt bei seiner Haltung: Sein Format sei notwendig für eine offene Diskussion.






