05 April 2026, 10:21

EU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche erhält Sonderregeln und stabile CO₂-Preise

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche erhält Sonderregeln und stabile CO₂-Preise

Die Europäische Union steht vor einer Reform ihres Emissionshandelsystems (ETS) mit zentralen Anpassungen für die chemische Industrie. Noch diese Woche werden neue Vorschläge vorgestellt – eine Reaktion auf Forderungen von Branchenvertretern nach grundlegenden Änderungen. Zu den prominentesten Kritikern gehört Evonik-Chef Christian Kullmann, der seit Langem eine vollständige Neugestaltung oder gar Abschaffung des Systems fordert.

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Am Mittwoch wird die Europäische Kommission ihre ersten Reformpläne für den Emissionshandel vorlegen. Dazu gehören dauerhafte Änderungen am Marktstabilitätsmechanismus (MSR), der künftig keine Emissionszertifikate mehr streichen wird. Mit diesem Schritt soll der CO₂-Preis stabilisiert und gleichzeitig den Bedenken der Industrie Rechnung getragen werden.

Auch für die chemische Branche sind im Rahmen der Reform überarbeitete Benchmarks vorgesehen. Diese Anpassungen erfolgen auf Druck von Unternehmen wie Evonik, dessen Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann das ETS in seiner aktuellen Form wiederholt als undurchführbar kritisiert hatte. Kürzlich mildert er seine Haltung: In einem gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese verfassten Gastbeitrag plädierte er für pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse.

Offizielle Details zu weiteren Zugeständnissen an die Chemieindustrie liegen bisher nicht vor. Dennoch deutet die Reform einen Kurswechsel an, wie die EU künftig Klimaziele mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringt.

Die anstehenden Änderungen markieren einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des ETS. Durch die Anpassung der Benchmarks und das Ende der Zertifikatstreichungen erhofft sich die EU eine Entlastung für energieintensive Industrien. Wie sich die Reformen letztlich auf die Emissionsreduktion und die Marktstabilität auswirken, hängt jedoch von der konkreten Umsetzung ab.

Quelle