FDP attackiert Bergisch Gladbachs "Brandmauer"-Politik und fordert schnelle Haushaltsreformen
Frida StiebitzFDP attackiert Bergisch Gladbachs "Brandmauer"-Politik und fordert schnelle Haushaltsreformen
Die FDP in Bergisch Gladbach hat die anhaltende Debatte über Koalitionspolitik als Ablenkung von drängenden Problemen kritisiert. Die Parteimitglieder fordern stattdessen eine Konzentration auf die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt und langfristige Planungen. Angesichts eines erwarteten jährlichen Fehlbetrags von 50 Millionen Euro bis 2030 mahnen sie zu sofortigem Handeln – statt zu politischen Verzögerungen.
Im Mittelpunkt der FDP-Frust steht, was sie als "Brandmauer"-Mentalität in der lokalen Politik bezeichnet. Der Stadtrat und FDP-Mitglied Dr. Alexander Engel wirft vor, dass konservative und liberale Vorschläge immer wieder an mangelnder Unterstützung durch linke Parteien scheiterten. Er besteht darauf, dass der Fokus auf praktische Lösungen statt auf ideologische Gräben verlegt werden müsse.
Die Stadträtin Dorothee Wasmuth pflichtet dieser Haltung bei und betont, dass Debatten inhaltliche Fragen vor politische Bündnisse stellen sollten. Die FDP weist zudem Vorwürfe zurück, die Personalkosten würden unkontrolliert steigen. Belege für eine geplante 40-prozentige Erhöhung der Stellen gebe es nicht. Stattdessen zeigen aktuelle Haushaltsgespräche, dass die CDU vorschlägt, die Personalkosten um 2–4 Prozent zu kürzen und Einstellungen einzufrieren – Maßnahmen, die SPD und Grüne wegen negativer Erfahrungen mit ähnlichen Kürzungen seit 2010 ablehnen.
Die Partei begrüßt die neu beschlossene Obergrenze für Personalkosten als Schritt in Richtung Modernisierung. Sie betont, dass sich ihre Kritik nicht gegen Beschäftigte richte, sondern auf eine Neuausrichtung der Stadtverwaltung für eine Zukunft mit weniger erwerbsfähigen Einwohnern ziele. Die FDP fordert den Oberbürgermeister nun auf, die Entscheidung zügig umzusetzen, und warnt vor weiteren Verzögerungen.
Bergisch Gladbach steht bis 2030 vor einem prognostizierten jährlichen Defizit von 50 Millionen Euro, was die Haushaltsdebatten dringlicher macht. Der FDP-Vorstoß für Kostendämpfung und Strukturreformen offenbart tiefe Gräben im Stadtrat. Ohne parteiübergreifenden Konsens könnten zentrale Finanzentscheidungen weiter blockiert bleiben.






