19 June 2026, 04:14

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer

Der Berliner Gropius Bau präsentiert eine umfassende Retrospektive der Künstlerin Gabriele Stötzer. Die Schau vereint rund 150 ihrer Werke – darunter Videos, Fotografien, Modestücke und überlebensgroße Wollfiguren von Frauen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 6. Dezember, mit einer besonderen Performance im August.

Stötzer, heute 73 Jahre alt, zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten und mutigsten Stimmen der deutschen Kunst- und Aktivismusszene. Ende der 1970er-Jahre wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit zu vertreiben.

Ihr Widerstand hielt auch 1989 an, als sie das Stasi-Kreisamt in Erfurt besetzte. Zudem gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte so ihren Ruf als kulturelle und politische Akteurin. Trotz ihrer engen Verbindung zur DDR wehrt sie sich dagegen, allein als „Ost-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden.

Noch in diesem Herbst wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Die Ehrung fällt in eine Phase neuer Aufmerksamkeit für ihr Werk – nicht zuletzt durch die aktuelle Ausstellung im Gropius Bau.

Die Schau bietet die seltene Gelegenheit, Jahrzehnte ihres vielseitigen Schaffens an einem Ort zu erleben. Kunst und Aktivismus bleiben bei Stötzer untrennbar verbunden und spiegeln ein Leben zwischen Kreativität und Widerstand. Die Ausstellung läuft bis zum 6. Dezember, im August bereichert eine Performance das Programm.

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