Grüne in Rheinland-Pfalz wählen nach Wahldebakel neues Führungsteam aus Frauen
Evangelos RörrichtGrüne in Rheinland-Pfalz wählen nach Wahldebakel neues Führungsteam aus Frauen
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben nach ihrer Wahlniederlage im März eine neue Führungsspitze gewählt. Die Partei, die nur 7,9 Prozent der Stimmen holte, wird nach 15 Jahren erstmals wieder in die Opposition wechseln. Katrin Eder wurde zur Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Mainzer Landtag gewählt.
Zum ersten Mal besteht der Landesvorstand der Partei ausschließlich aus Frauen: Drei gleichberechtigte Vorsitzende und zwei Abgeordnete sollen die künftige Ausrichtung der Grünen gestalten.
Nach der Landtagswahl im März hatten die Grünen interne Wahlen abgehalten, um ihre Führung neu aufzustellen. Carolin Cloos, Politikerin aus Worms, erhielt 72,28 Prozent der Stimmen und wurde damit eine der neuen Co-Vorsitzenden. An ihrer Seite wurde die 33-jährige Christin Sauer aus Mainz mit absoluter Mehrheit gewählt.
Sauer ist seit 2019 in der Kommunalpolitik aktiv und sitzt als Stadträtin in Mainz. Von Ende 2021 bis Anfang dieses Jahres leitete sie zudem den Mainzer Grünen-Kreisverband. Ihr Ziel ist es nun, bis 2031 das Vertrauen in die grüne Politik zurückzugewinnen und die Partei wieder in die Landesregierung zu führen.
Katrin Eder, die neue Fraktionsvorsitzende, stand während des Wahlkampfs in der Kritik. Gegner warfen ihr vor, sich mit dem Projekt „Schwarmkraftwerk“ zu brüsten, das ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans initiiert worden war. Dennoch bleibt sie eine zentrale Figur in der neuen Strategie der Partei.
In der Opposition wollen die Grünen die Bürgerbeteiligung stärken. Das Zuhören und die Aufarbeitung von Wähleranliegen sollen Priorität haben. Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill werden Eder als Abgeordnete im Mainzer Landtag unterstützen und den Neuaufbruch der Partei mitgestalten.
Mit einem rein weiblichen Führungsteam und dem klaren Ziel, bis 2031 wieder an die Regierung zurückzukehren, setzen die Grünen in Rheinland-Pfalz auf Dialog mit der Bevölkerung und den Wiederaufbau ihrer Unterstützung. Die neuen Co-Vorsitzenden und Abgeordneten sollen die Partei näher an die Menschen bringen.






