12 June 2026, 12:15

Halles historisches Erbe droht zu verfallen – wer rettet die maroden Denkmäler?

Historisches Ensemble an der Mansfelder Straße verfällt nach Insolvenz des Hauptinvestors - Stadt prüft Übernahme, potenzieller neuer Investor im Visier

Halles historisches Erbe droht zu verfallen – wer rettet die maroden Denkmäler?

Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) akut vom Verfall bedroht

Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem kritischen Zustand. Jahre des Leerstands und der Vernachlässigung haben das Areal zu einer Gefahrenzone werden lassen: Gehwege sind abgesperrt, und herabstürzendes Mauerwerk droht ständig. Nicht viel besser ergeht es dem Gasthaus „Grüne Tanne“ in der Packhofgasse, das seit 15 Jahren auf der Liste des gefährdeten Kulturerbes der Stadt steht.

Der Verfall des Ensembles verschärfte sich nach einem Brand im Jahr 2021, der die ohnehin labilen Strukturen weiter schwächte. Der Projektentwickler Norsk hatte zuvor Pläne vorgelegt, die eine Sanierung der historischen Bausubstanz mit modernen Anbauten und einer Tiefgarage vorsahen. Doch die Insolvenz des Unternehmens stoppte alle Fortschritte. Seitdem ruhen die Verhandlungen, während der Insolvenzverwalter nur zögerlich vorangeht.

Die Stadt Halle geht nun juristisch gegen den insolventen Eigentümer vor. Gleichzeitig prüft die Verwaltung Notfallmaßnahmen, um den Gehweg wieder für die Öffentlichkeit freizugeben. René Rebenstorf, Leiter des Stadtbauamts, räumte die Dramatik der Lage ein – und die schleppenden Gespräche. Unterdessen hat sich ein Denkmalsanierer bereit erklärt, die bestehenden Strukturen zu retten, ohne auf teure Neubauten zurückzugreifen.

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Auch das seit Langem verlassene „Grüne Tanne“ verkörpert den Niedergang: Die Fassade ist von Graffiti und wildem Bewuchs gezeichnet – ein trauriger Kontrast zu seiner historischen Bedeutung.

Die Insolvenz des Eigentümers hat beide Standorte in eine ungewisse Zukunft gestürzt. Zwar laufen rechtliche Schritte und Notfallplanungen, doch ein Durchbruch bleibt ungewiss. Die Stadt sucht weiterhin nach Lösungen, um die Gebäude zu sichern und den öffentlichen Zugang zum Gebiet wiederherzustellen.

Quelle