IG Metall fordert Jobwechsel-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Fachkräfte der Zukunft
Frida StiebitzIG Metall fordert Jobwechsel-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Fachkräfte der Zukunft
IG Metall drängt auf landesweites Stellenwechsel-Netzwerk in Sachsen-Anhalt
Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für ein flächendeckendes Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein, das Arbeitnehmern den nahtlosen Übergang in neue Jobs ermöglichen soll. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Region vor tiefgreifenden Veränderungen durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel steht. Die Gewerkschaft argumentiert, dass ein solches System verhindern würde, dass qualifizierte Fachkräfte unnötig ihren Arbeitsplatz verlieren.
Das Netzwerk soll als dauerhafte Plattform fungieren, die Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen mit Unternehmen zusammenbringt, die dringend Fachpersonal suchen. Thorsten Gröger, Bezirksleiter von IG Metall, betonte, dass es ineffizient sei, Arbeitnehmer erst in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, um sie später wieder anzuwerben. Stattdessen plädierte er für einen strukturierten Ansatz, der Know-how in der Region hält.
Bevor externe Lösungen in Betracht gezogen werden, sollten Unternehmen zunächst interne Möglichkeiten ausschöpfen – etwa durch Weiterqualifizierung der Belegschaft, Versetzung in neue Aufgabenbereiche oder die Umgestaltung von Arbeitsplätzen, um wertvolle Erfahrung im Betrieb zu erhalten. Gröger wies zudem darauf hin, dass ein moderner Industriestandort sich auf die Organisation von Übergängen konzentrieren müsse – und nicht auf den Verlust von Fachkräften.
Die Gewerkschaft plant, den Vorschlag mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit zu erörtern. Zwar gibt es in anderen Bundesländern Initiativen zur Arbeitsmarktförderung, doch bisher fehlt ein konkretes Modell für direkte Stellenwechsel. Das Netzwerk in Sachsen-Anhalt soll die industrielle Widerstandsfähigkeit stärken, indem es Fachkräfte auch in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche in Beschäftigung hält.
Bei Umsetzung würde das Netzwerk Arbeitnehmern den direkten Wechsel in neue Jobs ermöglichen – ohne den Umweg über Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig würde es die Unternehmen in Sachsen-Anhalt dabei unterstützen, sich an die anhaltenden wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen anzupassen. Die Gespräche mit den wichtigsten Akteuren sollen in Kürze beginnen.






