Leistungsdruck schon in der Grundschule: Bundesregierung plant wettbewerbsorientierte Schulspiele
Claudius KeudelLeistungsdruck schon in der Grundschule: Bundesregierung plant wettbewerbsorientierte Schulspiele
Das Bundesministerium für Bildung bereitet einen Vorschlag vor, leistungsbasierte Kinderspiele an öffentlichen Schulen einzuführen. Der Schritt folgt Forderungen von Politikern, wettbewerbsorientierte Traditionen bei den Bundes-Schulspielen wiederzubeleben. Ein solches Event, der Eisenkind-Wettkampf, hat bereits mit seinem strengen Ablauf und den hohen Einsatzmöglichkeiten für Diskussionen gesorgt.
Der Eisenkind-Wettkampf verbindet harte Arbeit, Durchhaltevermögen und betriebswirtschaftliches Denken zu einer mehrtägigen Extremherausforderung. Teilnehmer wie die Chicago-Boys der Klasse 3b treten im Rahmen der Deutschen Schulspiele an. Die Gewinner erhalten ein exklusives Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während Verlierer riskieren, eine Gymnasiumsempfehlung zu erhalten.
Konservative Bildungspolitiker drängen darauf, ähnliche Praktiken flächendeckend an öffentlichen Einrichtungen wieder einzuführen. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter und plädiert für eine vollständige Spielifizierung von Leistungsbewertungen. Sein Konzept sieht ein Ranking-System vor, in dem Eltern durch den Kauf von Spielmünzen die Ergebnisse beeinflussen können.
Andernorts sorgt die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück für Aufsehen, indem sie Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems treiben lässt. An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule hingegen werden Sportwettkämpfe ausschließlich auf Latein ausgetragen – mit dem Rücken zum Publikum.
Bildungsministerin Karin Prien hat sich öffentlich für eine stärkere Wettbewerbsorientierung bei Schulspielen ausgesprochen. Der Eisenkind-Wettkampf und ähnliche Initiativen spiegeln diesen Wandel wider. Schulen prüfen nun, wie sie diese Änderungen in künftigen Veranstaltungen umsetzen können.






