Mainzer Haushalt 2026 scheitert an scharfer Kritik der Aufsichtsbehörde
Maria-Theresia ThanelMainzer Haushalt 2026 scheitert an scharfer Kritik der Aufsichtsbehörde
Der Stadtrat von Mainz hat im Januar den Haushalt für 2026 verabschiedet, doch der Plan stößt bei der Aufsichtsbehörde des Landes auf scharfe Kritik. Die ADD, zuständig für die kommunale Finanzkontrolle, äußerte erhebliche Bedenken wegen übermäßiger Ausgaben und langfristiger Instabilität. Sie warnte, dass die finanzielle Zukunft der Stadt ohne grundlegende Änderungen ungewiss bleibe.
Aus dem Haushalt 2026 geht ein Defizit von 176,5 Millionen Euro für dieses Jahr allein hervor. Bis 2029 prognostizieren die Berechnungen eine Finanzierungslücke von 227 bis 307 Millionen Euro im Bereich der Sozialleistungen, zu denen Unterstützung, Kinderbetreuung und Familienprogramme zählen. Diese Bereiche wurden als größte Kostentreiber im städtischen Haushalt identifiziert.
Die ADD bezeichnete die ursprünglich beantragten Investitionen in Höhe von 223 Millionen Euro als "unzulässige Überplanung" und kürzte sie auf nur noch 75 Millionen Euro. Zudem lehnte sie den Großteil der Kreditanträge von Mainz ab und bewilligte lediglich 50 Millionen Euro statt der beantragten 130 Millionen. Die Behörde begründete dies damit, dass die Stadt nicht ausreichend Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen habe und ihr jährliches Sparziel von 20 Millionen Euro verfehle.
Für die Jahre nach 2026 warnte die ADD vor "außergewöhnlich hohen jährlichen Defiziten" bis 2029. Die Kreditpläne von Mainz bezeichnete sie als "kaum vertretbar" und stellte infrage, ob die Stadt langfristig finanziell überlebensfähig bleibe. Im Bericht hieß es zudem, Mainz erhalte weniger Landesmittel als vergleichbare Kommunen, was die finanzielle Belastung zusätzlich verschärfe.
Die Entscheidung der ADD hinterlässt Mainz mit deutlich weniger Investitionsmitteln als beantragt. Ohne drastische Kürzungen oder höhere Einsparungen drohen der Stadt anhaltende Haushaltsdefizite und ein eingeschränkter finanzieller Spielraum. Die Verantwortlichen müssen nun ihre Pläne an die strengeren Vorgaben der Behörde anpassen.






