Mecklenburg-Vorpommern kämpft um gestopptes Stromkabel Hansa PowerBridge zwischen Deutschland und Schweden
Frida StiebitzMV plant Pläne für Stromtrasse nach Schweden wieder auf - Mecklenburg-Vorpommern kämpft um gestopptes Stromkabel Hansa PowerBridge zwischen Deutschland und Schweden
Mecklenburg-Vorpommern drängt auf Wiederbelebung eines gestoppten Energieprojekts zwischen Deutschland und Schweden
Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für die Wiederbelebung des ins Stocken geratenen Energieprojekts Hansa PowerBridge ein, einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) unter Wasser, die Deutschland und Schweden verbinden soll. Das Vorhaben war 2024 von schwedischer Seite vorläufig eingestellt worden, steht nun jedoch wieder zur Debatte. Abgeordnete in Schwerin haben die Bundesregierung und die EU aufgefordert, den Plan neu zu bewerten – unter Verweis auf wirtschaftliche und ökologische Aspekte, die einer aktuellen Prüfung bedürften.
Die geplante Hansa PowerBridge sollte von Südschweden bis in die Region Güstrow in Norddeutschland verlaufen. Ihr Zweck bestünde darin, überschüssige Windenergie aus Deutschland in Spitzenproduktionszeiten nach Schweden zu leiten. Im Gegenzug könnte Schwedens flexibler Wasserkraftstrom Deutschland bei Nachfragespitzen versorgen und so als natürlicher Puffer für die Schwankungen erneuerbarer Energien dienen.
Das Projekt, das bis 2029 eine Kapazität von 3,5 Gigawatt erreichen sollte, sieht sich jedoch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die politische Wende in Schweden unter der Regierung von Ministerpräsident Ulf Kristersson, gestützt durch die Schwedendemokraten, hat Prioritäten wie die energetische Unabhängigkeit von Russland und eine strengere Migrationspolitik gesetzt. Gleichzeitig kämpft die schwedische Wirtschaft mit Rezession, hoher Inflation und instabilen Energiepreisen als Folge des Ukraine-Kriegs – Faktoren, die die Machbarkeit des Vorhabens zusätzlich belasten.
Ungeklärt bleiben auch ökologische Bedenken, etwa die Auswirkungen auf das Ökosystem der Ostsee. Bürokratische Verzögerungen in Mecklenburg-Vorpommern, steigende Baukosten und die geopolitischen Spannungen mit Russland erschweren den Fortschritt weiter. Der Landtag hat die Bundesregierung aufgefordert, Verhandlungen mit Schweden und Norwegen aufzunehmen und dabei insbesondere Risiken wie mögliche kurzfristige Großhandelspreiserhöhungen in Schweden von bis zu 15 Prozent neu zu bewerten.
Ob die Hansa PowerBridge Realität wird, hängt von erneuten Gesprächen zwischen Deutschland, Schweden und Norwegen ab. Bei einer Genehmigung könnte das Kabel den Energieaustausch stärken – doch zunächst müssen wirtschaftliche, ökologische und politische Hürden überwunden werden. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Projekt vorankommt oder endgültig in der Schublade verschwindet.






