21 March 2026, 20:20

Neuer Energieschock droht: Warum Deutschland wieder in der Krise steckt

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

100 Jahre Energiepreisschocks: Eine kurze Geschichte der deutschen Energiepolitik - Neuer Energieschock droht: Warum Deutschland wieder in der Krise steckt

Deutschland steht vor einem erneuten Energieschock – diesmal ausgelöst durch einen US-israelischen Angriff auf den Iran, der die globalen Märkte erschüttert. Die Krise hat Wachstumsprognosen zunichtegemacht und die Debatte über die langfristige Energiepolitik des Landes neu entfacht. Die Geschichte zeigt: Solche Schocks sind kein Novum – doch ihre Lehren werden oft ignoriert.

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Schon in den 1920er-Jahren traf Deutschland die erste große Energiekrise, als die französisch-belgische Besetzung des Ruhrgebiets die Kohleversorgung lahmlegte. Jahrzehnte später zwang der Ölscheck von 1973 die Regierung zu Notmaßnahmen wie Tempolimits und autofreien Sonntagen – ein Versuch, den Spritverbrauch nach dem Jom-Kippur-Krieg und dem folgenden OPEC-Embargo zu drosseln. Doch der Widerstand, etwa vom ADAC, führte bald zur Abschaffung des Tempolimits – ein Beleg dafür, dass kurzfristige Lösungen selten Bestand haben.

Die Ölkrise von 1979 und Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 machten später deutlich, wie eng Energiepolitik mit Außen- und Sicherheitspolitik verknüpft ist. Jeder Schock offenbarte Deutschlands Abhängigkeit von Importen und trieb die Industrie in die Enge: Bei explodierenden Preisen folgten Entlassungen oder Standortverlagerungen. Zwar führten frühere Krisen langfristig zu Veränderungen – etwa dem Aufstieg der Erneuerbaren nach 1973 –, doch die unmittelbaren Reaktionen zielten meist darauf ab, den öffentlichen Unmut zu besänftigen, statt strukturelle Schwächen anzugehen.

Eine Diversifizierung der Lieferanten kann Risiken streuen, doch Abhängigkeiten verlagern sich nur. Eine rein marktgetriebene Politik hat das Land anfällig für Preissprünge und Versorgungsengpässe gemacht. Experten warnen: Ohne einen strategischen Kurswechsel ist die nächste Krise für ein Land mit kaum eigenen Energieressourcen nur eine Frage der Zeit.

Der aktuelle Preisschock folgt einem bekannten Muster: kurzfristige Entlastungsmaßnahmen, die tiefgreifende Reformen verzögern. Wieder stehen Industrie und Haushalte vor unbezahlbaren Rechnungen und drohenden Abschaltungen. Ohne einen langfristigen Plan wird sich der Kreislauf aus Krise und improvisierter Reaktion wohl fortsetzen.

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