Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohenden Energieengpässen im Winter 2025
Maria-Theresia ThanelOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohenden Energieengpässen im Winter 2025
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat angesichts des nahenden Winters ernste Bedenken zur Energiesicherheit Deutschlands geäußert. Da die Gasspeicher derzeit nur zu 45 bis 50 Prozent gefüllt sind – deutlich weniger als im Vorjahr – drängt er auf rasches Handeln, um Engpässe zu vermeiden und die Preise zu stabilisieren.
Die aktuellen Gasreserven liegen bei etwa der Hälfte des Standes von März 2025. Der Rückgang ist auf den besonders kalten Winter mit erhöhtem Verbrauch sowie geringere Importe zurückzuführen. Als Gegenmaßnahmen hat Deutschland strengere Füllvorgaben nach der Gasspeicherverordnung erlassen, die LNG-Importe über die Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel ausgeweitet und die Gaslieferungen aus Norwegen und den Niederlanden optimiert.
Lies fordert nun weitere Schritte, darunter den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Er betont die Notwendigkeit, die Bezugsquellen zu diversifizieren, und wirbt für eine engere Zusammenarbeit mit Norwegen und den Niederlanden. Gleichzeitig hebt er die Bedeutung der heimischen Förderung – insbesondere in der Nordsee – hervor, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Neben der Gasversorgung kritisiert Lies die stark gestiegenen Spritpreise an den Tankstellen und verlangt von den Mineralölkonzernen Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher. Zudem warnt er, dass die Spannungen mit dem Iran die globalen Energiemärkte destabilisieren und die bestehende Belastung verschärfen könnten. Zugleich weist er erneute Debatten über die Kernenergie zurück: Solche Diskussionen würden nur unnötige Verunsicherung in der Bevölkerung und Wirtschaft auslösen, so Lies.
Der Ministerpräsident besteht darauf, dass die Bundesregierung sich auf alle denkbaren Szenarien vorbereiten muss. Ohne schnelle und abgestimmte Maßnahmen drohten Deutschland in den kommenden Monaten gravierende Energieengpässe und wirtschaftliche Instabilität.
Die Gasspeicher in Deutschland bleiben kritisch niedrig, mit Füllständen, die deutlich hinter denen der Vorjahre zurückliegen. Zwar hat die Regierung bereits schärfere Füllregeln eingeführt und die LNG-Kapazitäten ausgebaut, doch Lies ist überzeugt: Es muss mehr getan werden. Seine Vorschläge umfassen neue Infrastrukturprojekte, stärkere regionale Partnerschaften und eine Konzentration auf die inländische Energieproduktion, um die Versorgung vor dem Winter zu sichern.






