04 April 2026, 12:21

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Rettung für Domo Chemicals in Sicht

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Erholung und wirtschaftliche Erholung nach Branchen, mit begleitendem Text, der die Gesamtauswirkungen und Erholungsdaten zusammenfasst.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Rettung für Domo Chemicals in Sicht

Chemieindustrie in Ostdeutschland steckt nach drei Jahren Krise tief in der Misere

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Drei Jahre des Rückgangs haben die Chemieindustrie in Ostdeutschland in eine tiefe Krise gestürzt. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globaler Wettbewerb bringen Unternehmen an den Rand des Abgrunds. Nun bietet ein möglicher Rettungsdeal für Domo Chemicals am Standort Leuna einen seltenen Hoffnungsschimmer für den kämpfenden Sektor.

Die Probleme der Branche haben sich in den vergangenen drei Jahren verschärft. Die traditionelle Chemieproduktion sank um etwa drei Prozent, während die Fabriken im Schnitt nur noch zu 72 Prozent ausgelastet waren. Der Umsatz der gesamten chemisch-pharmazeutischen Industrie belief sich 2025 auf 28,5 Milliarden Euro – ein bescheidenes Plus von 0,5 Prozent, das allein auf die Pharmasparte zurückging. Der Chemiebereich hingegen schrumpft weiter, baut Arbeitsplätze ab, während die Arzneimittelproduktion stabil bleibt.

Energie- und Rohstoffkosten bleiben eine enorme Belastung, hinzu kommen wachsende regulatorische Auflagen. Geopolitische Spannungen, wie der anhaltende Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. Mittlerweile stammen rund zwei Drittel der essenziellen chemischen Vorprodukte aus Asien, was die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten erhöht. Weniger als jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung – die kommenden Monate gelten als entscheidend für das Überleben vieler Betriebe.

Ein geplanter Rettungsversuch für Domo Chemicals in Leuna könnte nun die Wende einläuten. Der Standortbetreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze verhandeln über die Übernahme der insolventen Tochtergesellschaften. Gelingt das Vorhaben, wäre das ein dringend benötigtes positives Signal für eine Branche, die ums Überleben ringt.

Die ostdeutsche Chemieindustrie beschäftigt zwar noch rund 63.000 Menschen, doch die Stellenstreichungen nehmen zu. Da keine schnelle Erholung in Sicht ist, könnte die Rettung von Domo zumindest vorübergehende Entlastung bringen. Langfristig hängt die Zukunft der Branche jedoch davon ab, die Kosten zu senken, Lieferketten zu stabilisieren und sich auf einem immer härter umkämpften Weltmarkt zu behaupten.

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