pDL-Programm wächst – doch 537 Millionen Euro bleiben ungenutzt in Apotheken
Frida StiebitzpDL-Programm wächst – doch 537 Millionen Euro bleiben ungenutzt in Apotheken
Apotheken-Dienstleistungsprogramm (pDL) wächst – doch Millionen bleiben ungenutzt
Seit seiner Einführung im Jahr 2016 verzeichnet das deutsche Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) ein stetiges Wachstum. Doch trotz steigender Abrechnungen bleibt ein Fonds in Höhe von 537 Millionen Euro ungenutzt, und viele Apotheken kämpfen damit, kostendeckend zu arbeiten. Eine aktuelle Studie zeigt finanzielle Verluste auf und fordert dringende politische Reformen, um die Zukunft des Programms zu sichern.
Die Zahl der pDL-Leistungen in deutschen Apotheken stieg von etwa 1,2 Millionen im Jahr 2016 auf voraussichtlich 45 Millionen im Jahr 2025. Ein deutlicher Anstieg begann 2020, getrieben durch die Digitalisierung und eine stärkere rechtliche Verankerung. Dennoch bleibt die Nachfrage schwach – ein großer Teil des vorgesehenen Budgets wird nicht ausgeschöpft.
Eine Untersuchung der Freien Apothekerschaft ergibt, dass mehr als die Hälfte aller Apotheken bei der Risikobewertung von Bluthochdruck Verluste macht, da die Vergütung pro Check nur 11,20 Euro netto beträgt. Lediglich jede dritte Apotheke arbeitet hier profitabel. Der Bericht warnt zudem, dass eine Umwidmung der ungenutzten pDL-Mittel in allgemeine Apothekenzahlungen die langfristige Struktur des Programms gefährden könnte.
Neben den finanziellen Belastungen sehen sich Apotheken mit praktischen Hindernissen konfrontiert: Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand, strenge räumliche Vorgaben und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen bremsen die Umsetzung der pDL-Dienstleistungen aus. Die Freie Apothekerschaft betont zwar, dass Apotheken über die nötige Fachkompetenz verfügen, fordert aber eine angemessenere Vergütung, um die Kosten zu decken.
Der Deutsche Apothekerverband drängt nun auf höhere pDL-Honorare, um die Nachhaltigkeit des Programms zu gewährleisten. Ohne Anpassungen droht es trotz seines Potenzials untergenutzt zu bleiben. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass diese Leistungen für Apotheken bundesweit attraktiv werden.