Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Maria-Theresia ThanelPsychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben sich in Berlin versammelt, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Veranstalter und Teilnehmer forderten eine sofortige Rücknahme der Entscheidung.
Die Kundgebung wurde vom Aktionsbündnis Psychotherapie organisiert, unter den Rednern waren Therapeuten und Politiker. Viele hielten Schilder mit Parolen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch kalkuliert" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die die vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen vertritt, lehnte die Kürzungen ab und kündigte rechtliche Schritte an.
Die Honorarsenkungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden. Das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Ministerin Nina Warken hat jedoch noch bis Mitte Mai Zeit, die Entscheidung anzufechten und möglicherweise zu blockieren.
Die Kürzungen sollen wie geplant am 1. April in Kraft treten – sofern sie nicht noch gestoppt werden. Die Psychotherapeuten argumentieren, dass die Senkungen die Patientenversorgung verschlechtern und langfristig die Gesundheitskosten in die Höhe treiben werden. Die Klage der KBV könnte die Umsetzung verzögern oder sogar verhindern.






