Rapsglanzkäfer bedroht 2026 erneut Winterraps – wann ist Spritzmittel nötig?
Claudius KeudelRapsglanzkäfer bedroht 2026 erneut Winterraps – wann ist Spritzmittel nötig?
Rapsbestände droht im Frühjahr 2026 erneut Gefahr durch den Rapsglanzkäfer
Im Frühjahr 2026 sehen sich Winterrapsbestände einer erneuten Bedrohung durch den Rapsglanzkäfer ausgesetzt. Viele Felder befinden sich derzeit im BBCH-Stadium 32/51, in dem die Pflanzen in die Länge schießen und der Hauptblütenstand sichtbar wird. Landwirte werden aufgefordert, ihre Bestände sorgfältig zu überwachen, bevor sie sich für einen Insektizideinsatz entscheiden.
Obwohl die Käferzahlen auf den ersten Blick hoch erscheinen mögen, betonen Experten, dass nicht in jedem Fall chemisch eingegriffen werden muss. Geeignete Erfassungsmethoden können helfen, unnötiges Spritzen zu vermeiden – und so Kosten zu sparen sowie die Umweltbelastung zu verringern.
Gelbschalen, einst ein gängiges Hilfsmittel zur Erkennung von Rapsglanzkäfern, verlieren ihre Zuverlässigkeit, sobald die Kultur das Knospenstadium erreicht. Stattdessen sollten Landwirte an mehreren Stellen entlang einer Transektlinie im Feld – und nicht nur am Rand – Kontrollen durchführen. Die entscheidende Schwelle für eine Behandlung liegt bei einem Durchschnitt von mehr als zehn Käfern pro Hauptknospe vor der Blüte.
Falls ein Eingriff notwendig wird, sind der richtige Zeitpunkt und die Wahl des Mittels entscheidend. Acetamiprid-basierte Produkte wie Mospilan SG oder Danjiri können zwischen BBCH 51 und 59 eingesetzt werden, allerdings dürfen keine Zusatzstoffe beigemischt werden. Für spätere Stadien bieten Tau-Fluvalinat-Optionen wie Mavrik Vita oder Evure eine bienenfreundliche Alternative.
Wenn gleichzeitig Stängelrüssler und Rapsglanzkäfer bekämpft werden müssen, kommt Trebon 30 EC infrage – allerdings erst, nachdem die Bienenflugaktivität für den Tag beendet ist. In den vergangenen fünf Jahren hat sich dieses Mittel in Deutschland und Österreich als bevorzugte Wahl zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers etabliert, allerdings mit Einschränkungen in der Nähe blühender Beikräuter und unter Bienenschutzauflagen (Einstufung B2).
Durch präzises Monitoring und gezielte Behandlungen können Landwirte Kosten und Umweltbelastungen reduzieren. Der richtige Ansatz hängt von genauen Käferzählungen und dem Entwicklungsstadium der Kultur ab – nicht allein von den Fallenzahlen. Bei sorgfältigem Management könnten in dieser Saison viele Felder ganz ohne Insektizide auskommen.






