RAW-Gelände in Berlin: Proteste gegen drohende Räumung des Clubs Cassiopeia
Claudius KeudelRAW-Gelände in Berlin: Proteste gegen drohende Räumung des Clubs Cassiopeia
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bekannten kulturellen Zentrums, ist derzeit ungewiss. Dutzende Menschen versammelten sich am Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“, um gegen die geplante Räumung zu protestieren. Der Club Cassiopeia, eine der wichtigsten Locations auf dem Gelände, könnte bereits nächste Woche geräumt werden.
Das RAW-Gelände blickt auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich diente es als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge, bevor es aufgegeben wurde. Heute beherbergt es eine Vielzahl kultureller Einrichtungen, die Feiernde, Anwohner und Touristen gleichermaßen anziehen.
Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für den Bau von Wohnungen auf dem Areal. Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen entstehen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben sollen. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, wurden bereits aufgefordert, Teile der Räumlichkeiten zu räumen.
Die Kurth-Gruppe wirft der Stadt Berlin vor, zuvor vereinbarte Bedingungen nicht eingehalten zu haben. Gleichzeitig werfen Senat und Bezirksverwaltung dem Unternehmen vor, die Clubs und die vielfältige soziokulturelle Szene des Geländes zu gefährden.
Die Proteste halten an, während die Räumungsfrist für den Club Cassiopeia näher rückt. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen städtischen Entwicklungsplänen und dem Erhalt Berliner Kulturorte. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das RAW-Gelände weiterhin ein Zentrum für Kunst und Nachtleben bleibt.
