26 April 2026, 08:22

Schulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"

Schwarze und weiße Zeitungsanzeige für eine Pension in Dresden, Deutschland.

Schulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"

Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rentenreform scharf kritisiert. Er betonte, dass die Bundesregierung die besonderen finanziellen Belastungen älterer Bürger in Ostdeutschland – vor allem in seinem Bundesland – stärker berücksichtigen müsse.

Schulze verwies darauf, dass die gesetzliche Rente in Ostdeutschland für viele die einzige verlässliche Einnahmequelle im Alter sei. Im Gegensatz zu den westdeutschen Regionen verfügten hier deutlich weniger Menschen über betriebliche Altersvorsorge, sodass sie stärker auf staatliche Leistungen angewiesen seien. Zudem fehle es vielen an Ersparnissen, Wohneigentum oder Erbschaften, um sich vor Altersarmut abzusichern.

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Der Ministerpräsident wies auf die überdurchschnittlich alternde Bevölkerung in Sachsen-Anhalt hin, wo das Durchschnittsalter bei etwa 48 Jahren liege – höher als im Bundesschnitt. Diese demografische Entwicklung mache eine sichere Rente noch entscheidender für den sozialen Zusammenhalt, warnte er. Gleichzeitig verhinderten niedrige Einkommen, dass viele Bürger privat für das Alter vorsorgen könnten, was ihre finanzielle Perspektive weiter verschlechtere.

Schulze forderte die Rentenkommission auf, diese regionalen Unterschiede in ihren Überlegungen vollumfänglich zu berücksichtigen. Ohne entsprechende Anpassungen drohten die Reformen die Ungleichheit zwischen Ost und West weiter zu vertiefen, so der Ministerpräsident.

Seine Aussagen unterstreichen die prekäre finanzielle Situation älterer Menschen in Sachsen-Anhalt und Ostdeutschland. Die Forderung nach maßgeschneiderten Rentenlösungen spiegelt die Sorge wider, dass aktuelle Reformvorschläge die wirtschaftlichen Herausforderungen der Region übergehen könnten. Wie die Kommission auf diese Kritik reagiert, wird zeigen, inwieweit diese Disparitäten in künftigen Reformen berücksichtigt werden.

Quelle