Schweinsteigers umstrittene Äußerungen über "afrikanischen Fußball" lösen Rassismus-Debatte aus
Claudius KeudelSchweinsteigers umstrittene Äußerungen über "afrikanischen Fußball" lösen Rassismus-Debatte aus
Die deutsche Mannschaft sicherte sich in der Gruppenphase mit einem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste den Sieg. Das Spiel geriet später jedoch wegen umstrittenen Äußerungen von Bastian Schweinsteiger über den Spielstil des afrikanischen Teams in den Hintergrund.
In einer Diskussion nach dem Spiel bezeichnete Schweinsteiger den Ansatz der Elfenbeinküste als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch nicht so stark von Taktik geprägt“ und als unberechenbar. Später präzisierte er, seine Aussagen hätten sich rein auf die Fußballstrategie bezogen und nicht auf einzelne Spieler. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemanden zu beleidigen.
Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, kritisierte die Bemerkungen scharf und bezeichnete sie als rassistisch. ARD-Programmdirektor Axel Balkausky hingegen verteidigte Schweinsteiger und betonte, die Äußerungen seien ausschließlich als fachliche Einschätzung zum Fußball gemeint gewesen. Jürgen Klopp, auf das Thema angesprochen, wirkte sichtlich unbehaglich und brach ein Interview abrupt ab.
Trotz der Kontroverse erreichte die Elfenbeinküste erstmals in ihrer Geschichte die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft. Unter Faés Führung sicherte sich das Team mit einem 2:0-Sieg gegen Curaçao die Qualifikation.
Schweinsteigers Aussagen lösten eine Debatte über kulturelle Sensibilität in der Fußballberichterstattung aus. Die historische Qualifikation der Elfenbeinküste markierte einen bedeutenden Erfolg für die Mannschaft. Der Vorfall zeigte zugleich, wie unterschiedlich Spielstile im Fußball beschrieben und interpretiert werden.
