29 June 2026, 18:42

Schwimmende Mini-Turbinen erobern den Rhein – Strom ohne Staudämme

Energyminer's River Turbines Exist. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Schwimmende Mini-Turbinen erobern den Rhein – Strom ohne Staudämme

Energyminer setzt eine neue Art von hydrokinetischer Turbine in Flüssen ein. Die Energyfish ist ein kleines, schwimmendes Gerät, das im Strömungsverlauf verankert wird und Strom erzeugen soll – ganz ohne Staudämme oder aufwendige Bauarbeiten. Ein Schwarm aus 124 dieser Einheiten wird derzeit in St. Goar am Rhein installiert und markiert damit das erste Großprojekt dieser Art.

Jede Energyfish-Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Für den Betrieb benötigt sie mindestens einen Meter Wassertiefe und eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens einem Meter pro Sekunde. Eine einzelne Einheit erzeugt maximal 6 Kilowatt (kW), im Durchschnitt jedoch 1,8 kW, was etwa 15 Megawattstunden (MWh) pro Jahr entspricht. Ein Schwarm von 100 Einheiten könnte jährlich rund 1,5 Gigawattstunden (GWh) liefern.

Laut Unternehmen können nach Genehmigung innerhalb von etwa drei Tagen zehn Einheiten installiert werden – ohne Beton, Dämme oder größere Baumaßnahmen. Energyminer gibt die gestützten Stromgestehungskosten mit etwa 8 Cent pro Kilowattstunde an, wobei Investitionen, Betrieb und Wartung eingerechnet sind. Die durchschnittliche jährliche Rendite soll über 20 Jahre hinweg mindestens 8 Prozent betragen.

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Allerdings unterliegen Flüsse saisonalen Schwankungen, unterschiedlichen Strömungsverhältnissen und Wetterbedingungen, was sich auf die Leistung auswirkt. Aussagen zur Fischverträglichkeit und Hochwasserbeständigkeit bedürfen noch weiterer Untersuchungen unter verschiedenen Fluss- und Umweltbedingungen. Unabhängige Prüfungen der Genehmigungsverfahren und der ökologischen Auswirkungen stehen ebenfalls noch aus.

Im Vergleich konkurriert das System mit Solar-, Windenergie, Batteriespeichern, Lastflexibilität, Netzverstärkung und anderen sauberen Energieoptionen in netzgebundenen europäischen Gemeinden. Um die Leistungsfähigkeit zu validieren, müssen Daten zu monatlicher Produktion, Ausfallzeiten, Wartung, Installationskosten, Netzanschlusskosten und den tatsächlichen Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde vorgelegt werden.

Das Projekt in St. Goar wird die Energyfish nun im großen Maßstab testen. Bei Erfolg könnte die Technologie eine neue, umweltschonende Methode bieten, um Strömungsenergie aus Flüssen zur Stromerzeugung zu nutzen. Die praktische Leistung und die Kosten werden letztlich entscheiden, welchen Platz sie unter den erneuerbaren Energielösungen einnehmen wird.

Quelle