Streit um Abriss: SG_zukunft attackiert voreingenommene Theater-Studie der Stadt
Evangelos RörrichtStreit um Abriss: SG_zukunft attackiert voreingenommene Theater-Studie der Stadt
Die Stadtratsfraktion SG_zukunft hat scharfe Kritik an einer Szenariostudie zur Zukunft des städtischen Theaters und Konzerthauses geübt. Die Gruppe wirft der Untersuchung Voringenommenheit vor und bemängelt, dass zentrale Bedenken gegen den geplanten Abriss und die Neubebauung des Geländes nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
SG_zukunft lehnt die Pläne ab, das bestehende Theater und das Konzerthaus abzureißen, um an ihrer Stelle eine neue Feuerwehr- und Rettungswache zu errichten. Die Fraktion zweifelt die Neutralität der Studie an und behauptet, diese sei mit einer vorgegebenen Agenda in Auftrag gegeben worden. Zudem stütze sie sich überwiegend auf Daten der Stadtverwaltung und der Feuerwehr.
Der Verband weist außerdem auf mehrere gravierende Lücken in der Studie hin: So werde das Konzept der „grauen Energie“ (embodied carbon) ignoriert, ebenso wie die Existenz eines unterirdischen Bunkers unter der Anlage und mögliche Verkehrsbehinderungen durch den Standort der Feuerwehrwache. Ein weiteres zentrales Problem seien die finanziellen Risiken – SG_zukunft verweist auf das Beispiel der Feuerwehrwache in Ohligs, deren Baukosten um mehr als 20 Millionen Euro explodiert seien.
Über die Zukunft des Standorts wird in den kommenden Tagen in den politischen Gremien der Stadt diskutiert. Für Montag ist eine öffentliche Präsentation der Szenariostudie vorgesehen, gefolgt von einer Debatte im Stadtrat zu Beginn der nächsten Woche.
SG_zukunft bleibt weiterhin entschieden gegen den Abriss von Theater und Konzerthaus. Die Fraktion betont, dass kultureller Wert sich nicht allein in wirtschaftlichen Kennziffern messen lasse, und fordert den Erhalt der bestehenden Kulturgebäude. Die anstehenden politischen Beratungen werden über das weitere Vorgehen entscheiden.
