07 April 2026, 10:22

"Tagebuch der Gefühle": Halle gedenkt 155 ermordeten Jüd:innen mit bewegendem Mahnmal

Gedenktafel an einer Gebäudewand angebracht mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen, aus dunklem Material hergestellt.

"Tagebuch der Gefühle": Halle gedenkt 155 ermordeten Jüd:innen mit bewegendem Mahnmal

Eine Gruppe junger Aktivist:innen in Halle hat ein Projekt ins Leben gerufen, um an 155 jüdische Bewohner:innen zu erinnern, die nach Sobibor deportiert und dort im Vernichtungslager ermordet wurden. Ihre Initiative mit dem Titel "Tagebuch der Gefühle" soll ein dauerhaftes Mahnmal schaffen und gleichzeitig über die Schoa aufklären. Kernstück des Projekts ist eine Gedenktafel aus Stein, die in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp gestaltet wurde.

Um die Finanzierung zu sichern, sammelten die jungen Menschen Schrottmetall und organisierten Spendenaktionen. Die Einnahmen decken die Kosten für die Anfertigung und Installation der Tafel im Gedenkbereich des ehemaligen Lagers.

Das Design der Platte zeigt zwei Hände, die sich gegenseitig erreichen und halten. Die kleinere Hand steht symbolisch für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle. Die größere Hand repräsentiert Familien wie die Baers und die Sachs, die sich während der Deportationen gegenseitig Unterstützung gaben.

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Die Steintafel wird von einem ortsansässigen Steinmetz gemeißelt, bevor sie in Sobibor aufgestellt wird. Über das Mahnmal hinaus planen die Aktivist:innen für Juni 2026 eine Bildungsreise zum historischen Ort. Dort werden sie die fertige Gedenktafel sehen und sich näher mit der Geschichte des Lagers beschäftigen.

Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative, die junge Menschen mit den Schicksalen der jüdischen Familien aus Halle vertraut machen soll. Durch die Verbindung von Kunst, Geschichte und Engagement stellt die Aktion sicher, dass die Namen und Erfahrungen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

Die Tafel wird als dauerhafte Ehrung für die 155 deportierten Hallenser:innen dienen. Gleichzeitig setzt sie ein deutliches Zeichen gegen das historische Vergessen. Nach der Aufstellung wird das Mahnmal zu den wachsenden Bemühungen gehören, das Gedenken an die Opfer der Schoa wachzuhalten.

Quelle