Tausend Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen
Claudius KeudelTausend Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen
Hunderte Demonstranten zogen am Samstag durch Berlin, um mehr Rechte und eine bessere Inklusion für Menschen mit Behinderungen zu fordern. Die Kundgebung fiel mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zusammen und zählte nach Polizeischätzungen etwa 1.000 Teilnehmer. Rollstuhlfahrer beteiligten sich an der Demonstration und hielten Schilder mit Botschaften wie „Teilhabe für alle garantieren“ oder „Integration und Inklusion stärken“.
Der Marsch startete am Brandenburger Tor und führte in Richtung Rotes Rathaus. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, sozialen Vereinigungen und Aktivisten für Behindertenrechte, die auf Lücken in der aktuellen Gesetzgebung aufmerksam machen wollten.
Zu den Rednern bei der Abschlusskundgebung gehörten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sowie Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow von der Linken. Die Initiatoren planten zudem die Übergabe einer Petition, in der rechtlich verbindliche Barrierefreiheitsstandards für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gefordert werden.
Die Demonstration fand nur wenige Tage vor der ersten Lesung der geplanten Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes im Bundestag statt. Aktivisten kritisieren den Gesetzentwurf, da er Unternehmen und Behörden ihrer Meinung nach zu viel Spielraum bei der Umsetzung von Barrierefreiheit lässt.
Ziel des Protests war es, Druck auf die Abgeordneten vor der parlamentarischen Debatte am Donnerstag auszuüben. Die Organisatoren hoffen, dass die Petition und die öffentliche Unterstützung zu strengeren, durchsetzbaren Vorgaben für Barrierefreiheit führen. Die Veranstaltung unterstrich die anhaltenden Forderungen nach strukturellen Veränderungen, um Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.






