Thüringens Industrie kämpft 2025 mit Rekordrückgängen und schwacher Nachfrage
Claudius KeudelThüringische Industrie hat schwieriges Jahr - Thüringens Industrie kämpft 2025 mit Rekordrückgängen und schwacher Nachfrage
Thüringens Industrie durchlebte 2025 ein schwieriges Jahr – mit rückläufigen Umsätzen und weniger Neuaufträgen. Während die deutsche Industrie insgesamt gegen Jahresende eine Erholung verzeichnete, kämpfte die Region mit schwacher Investitionstätigkeit und begrenztem Zugang zu großen Rüstungsaufträgen.
Besonders hart traf der Abschwung den Maschinenbau und die Automobilzulieferer: Beide Branchen verzeichneten deutliche Verluste bei Umsätzen und Auftragseingängen.
Bundesweit stiegen die Industrieaufträge gegen Ende 2025 zwar an, doch Thüringen profitierte nicht von diesem Aufschwung. Die kleinteilige, zersplitterte Wirtschaftsstruktur der Region schloss sie weitgehend von der Nachfrage nach rüstungsrelevanten Aufträgen aus, die die gesamtdeutschen Zahlen stützten.
Vor allem Maschinenbauer und Automobilzulieferer in Thüringen litten unter der Krise. Schwache Inlandsinvestitionen, eine lahme Auslandsnachfrage und die Unsicherheit über die US-Zollpolitik verschärften den Rückgang. Bis Januar 2026 waren die Industrieaufträge bundesweit um 11,1 Prozent gegenüber Dezember eingebrochen – ein herber Rückschlag nach monatelangen Zuwächsen. Auch die Produktion ging um 0,5 Prozent zurück.
In Thüringen fielen die Einbußen noch stärker aus: Die Umsätze sanken im Jahresvergleich um 1,0 Prozent, die Auftragseingänge sogar um 2,6 Prozent. Sowohl der Maschinenbau als auch die Automobilbranche verzeichneten zweistellige Umsatzrückgänge, was die wirtschaftlichen Probleme der Region vertiefte.
Die Zahlen unterstreichen die anhaltenden Schwierigkeiten der Thüringer Industrie: Während andere deutsche Regionen wieder Fuß fassten, bleiben die Schlüsselsektoren hier auf der Strecke. Ohne Zugang zu Großaufträgen oder eine Belebung der Investitionen steht die heimische Wirtschaft auch im kommenden Jahr unter Druck. Der deutliche bundesweite Einbruch zu Beginn 2026 trübt die Aussichten für die regionale Industrie zusätzlich ein.