14 March 2026, 12:20

Thüringer Imker hoffen nach mildem Winter auf stabile Bienenvölker

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Zeichnung eines Bienenstocks, Text und ein paar Insekten, wahrscheinlich Bienen, die um den Honigwaben herumschwirren.

Kalter Winter hilft Th├╝ringens Bienen - Sorgen bleiben - Thüringer Imker hoffen nach mildem Winter auf stabile Bienenvölker

Imker in Thüringen blicken nach mildem Winter vorsichtig optimistisch in die Zukunft

Die kalten, schneereichen Bedingungen ermöglichten es den Bienen, ungestört zu überwintern – ohne Stress durch starke Temperaturschwankungen. Bisher deuten die Berichte nicht auf größere Verluste bei den Völkern in den vergangenen Monaten hin.

Der frostige Winter in der Region bot ideale Voraussetzungen für das Überleben der Bienen. Eine stabile Schneedecke sorgte dafür, dass die Insekten ungestört blieben und nicht durch plötzliche Temperaturwechsel belastet wurden. Diese Stabilität hat den Völkern geholfen, gesünder in den Frühling zu starten als in den Vorjahren.

Doch die Varroa-Milbe bleibt eine anhaltende Bedrohung. In den letzten fünf Jahren stiegen die Befallsraten jährlich um 15–20 Prozent, wobei die Winterverluste im Schnitt 25–30 Prozent der Völker betragen. Die Milbe schwächt die Brut und verbreitet Krankheiten, was die heimischen Bienenvölker ständig unter Druck setzt. Um gegenzusteuern, arbeiten Imker und Forscher an der Züchtung resistenterer Bienenlinien, etwa im Rahmen des Arista-Programms. Behandlungen mit Ameisen- und Oxalsäure sowie die Entfernung der Drohnenbrut sind mittlerweile im Rahmen des integrierten Schädlingsmanagements vorgeschrieben.

Der frühe Frühling bringt gemischte Effekte mit sich. Palmkätzchen, eine der ersten blühenden Pflanzen, liefern wichtigen Pollen für den Bienennachwuchs. Doch der warme Start birgt auch Risiken: Starke Volksentwicklungen könnten durch Spätfröste gebremst werden – ein zweischneidiges Schwert für die Imker. Wirtschaftliche Herausforderungen verschärfen die Lage zusätzlich. Aufgrund der Konkurrenz durch billigen Import-Honig gibt es in Thüringen nur noch 10 bis 15 hauptberufliche Imker. Dennoch sind beim Landesverband rund 3.000 Hobbyimker registriert, die tatsächliche Zahl dürfte aber deutlich höher liegen.

Für Thüringens Imker mischen sich Hoffnung und anhaltende Herausforderungen. Der milde Winter hat den Völkern das Überleben erleichtert, doch Varroa-Milbe und wirtschaftliche Belastungen gefährden weiterhin die langfristige Stabilität. Aktuelle Zucht- und Behandlungsprogramme sollen die Widerstandsfähigkeit stärken, doch Spätfröste und Marktkonkurrenz bleiben Risikofaktoren für die kommende Saison.

Quelle