Volkswagen plant radikale Sparmaßnahmen mit bis zu 100.000 Jobstreichungen
Maria-Theresia ThanelVolkswagen plant radikale Sparmaßnahmen mit bis zu 100.000 Jobstreichungen
Die Aktie von Volkswagen notiert derzeit zu einer bemerkenswert niedrigen Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt für das laufende Geschäftsjahr bei 3,7 und soll bis 2027 voraussichtlich auf 3,0 sinken. Trotz anhaltender Profitabilität scheinen Anleger skeptisch gegenüber den langfristigen Aussichten des Konzerns zu sein.
Die Führungsetage von Volkswagen bereitet weitreichende Stellenstreichungen vor, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten von den geplanten Maßnahmen betroffen sein. Im Rahmen der Umstrukturierung stehen zudem die Schließung von vier großen Werken in Deutschland zur Diskussion, darunter die Standorte Hannover und Emden.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um über diese Pläne zu beraten. Der Betriebsrat des Unternehmens sowie die Gewerkschaft IG Metall wurden in der frühen Planungsphase jedoch nicht einbezogen. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, während der aktuelle Aktienkurs bei 72,54 Euro liegt.
Das niedrige KGV spiegelt die generelle Zurückhaltung der Anleger wider. Viele zögern, selbst bei attraktiven Bewertungen in deutsche Autowerte zu investieren. Sorgen über nachlassende Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere auf den asiatischen Märkten – belasten die Stimmung.
Mit den Sparmaßnahmen will Volkswagen seine Sparten für künftige Herausforderungen wappnen. Die mögliche Schließung zentraler Werke und der massive Personalabbau deuten auf einen strategischen Kurswechsel hin. Anleger schlagen weiterhin Risikoaufschläge auf die Unsicherheit ein, ob der Konzern seine Profitabilität langfristig sichern kann.
