Warum wir Institutionen immer weniger vertrauen – und wer davon profitiert
Claudius KeudelWarum wir Institutionen immer weniger vertrauen – und wer davon profitiert
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum sich die Menschen zunehmend von zentralen Institutionen abwenden. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie das Vertrauen in Regierung, Gerichte, Wissenschaft und Medien erodiert. Seine Forschung wirft zudem Licht auf die Strategien hinter dem jüngsten Aufstieg des Rechtspopulismus.
Im Mittelpunkt von El-Mafaalanis Arbeit steht die Frage, wie sich Misstrauen verbreitet und organisiert. Erstmals vernetzen sich skeptische Einzelpersonen über digitale Plattformen. Diese Gruppen, die er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet, entstehen, weil ihre Mitglieder einander mehr vertrauen als den traditionellen Institutionen.
Laut dem Dortmunder Experten untergraben populistische Führer gezielt das Vertrauen in diese Systeme. Seine Analysen helfen, den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen AfD zu erklären. Gleichzeitig warnt er davor, dass bloße Enthüllungen über die Ineffizienz von Populisten allein nicht ausreichen, um das demokratische Vertrauen ihrer Anhänger wiederherzustellen.
Das Buch argumentiert, dass rechtspopulistische Akteure ihre Versprechen oft nicht einhalten. El-Mafaalani deutet jedoch an, dass es bessere Reaktionen auf ihren Aufstieg geben könnte – auch wenn seine Forschung keine konkreten politischen Strategien aufzeigt.
El-Mafaalanis Erkenntnisse zeigen einen Wandel darin, wie sich Misstrauen verbreitet und verfestigt. Digitale Medien ermöglichen es Gleichgesinnten heute leichter, sich zu verbinden. Seine Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit neuer Ansätze, um der Anziehungskraft des Populismus zu begegnen.






