Wehrpflicht-Formular ignoriert: Warum 25 Prozent der jungen Männer Bußgelder riskieren
Evangelos RörrichtWehrpflicht-Formular ignoriert: Warum 25 Prozent der jungen Männer Bußgelder riskieren
Seit Januar 2023 sind alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, verpflichtet, einen Fragebogen zur militärischen Erfassung auszufüllen. Bis Anfang Mai hatten jedoch etwa 25 Prozent der Betroffenen dies noch nicht getan – und riskieren damit Bußgelder.
Die Linke veranstaltete kürzlich ein Festival gegen die Wehrpflicht, bei dem vor allem junge Menschen teilnahmen. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, fragte das Publikum, wer freiwillig gekommen sei. Sie rief die Anwesenden dazu auf, sich der Registrierung zu widersetzen, und erklärte: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“
Daniel Lücking, ein ehemaliger Soldat und politikberater der Linken, war einst in Afghanistan im Einsatz, wo er Propaganda für die Bundeswehr erstellte. Unterdessen schlug Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern, das auch beim Militär abgeleistet werden könnte.
Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten – damit wird das im Wehrpflichtgesetz für 2026 festgelegte Mindestziel erreicht. Langfristig strebt die Truppe jedoch an, bis 2035 mindestens 255.000 Dienstposten zu besetzen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten bei der Bearbeitung werden derzeit nur Freiwillige für bestimmte Positionen angeworben.
Die militärische Erfassung bleibt ein umstrittenes Thema. Viele junge Männer sind ihrer Pflicht noch nicht nachgekommen, während Politiker weiterhin über die Zukunft der Wehrpflicht debattieren. Die aktuelle Personalstärke der Bundeswehr erfüllt zwar die kurzfristigen Vorgaben, verfehlt aber die langfristigen Ziele.






