Wie ein Hamburger Verein Geflüchtete und Einheimische an einen Tisch bringt
Maria-Theresia ThanelWie ein Hamburger Verein Geflüchtete und Einheimische an einen Tisch bringt
Ein kleiner Verein in Hamburg bringt Einheimische und Neuankömmlinge weiterhin an gemeinsamen Tischen zusammen. Die Initiative "Willkommensabendessen" schafft Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und bietet Unterstützung und Freundschaft. Was 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung begann, existiert auch heute noch – wenn auch in kleinerem Rahmen.
2015, als die öffentliche Unterstützung für Geflüchtete am größten war, fanden in Hamburg wöchentlich rund 120 solche Treffen statt. Mittlerweile sind es etwa 20 bis 30 Begegnungen pro Jahr. Doch nach wie vor bieten sie einen Raum für Austausch und Verständigung.
Erst kürzlich lud Laura Trager, eine engagierte Mitstreiterin des Vereins, zu einem sonntäglichen Abendessen ein – mit vier Gästen aus verschiedenen Herkunftsländern. Darunter waren Sevgi und Kadir, ein türkisches Paar, das selbstgemachten Börek als Geschenk mitbrachte. Die beiden besuchen derzeit einen Deutschkurs auf C1-Niveau und arbeiten daran, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, während sie sich in Deutschland einleben.
Kadir, ein ausgebildeter Elektroingenieur, verließ die Türkei wegen politischer Verfolgung. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in Hamburg, doch die Suche nach einer festen Bleibe gestaltet sich schwierig. Ihr größter Wunsch: eine eigene Wohnung zu finden – bisher allerdings ohne Erfolg.
Jeden Freitag verschickt der Verein eine E-Mail an seine Mitglieder mit Neuigkeiten und anstehenden Terminen. Das Ziel ist klar: Neuankömmlingen soll der Einstieg in die Gesellschaft erleichtert werden, während Hamburger:innen die Chance erhalten, ihre Nachbar:innen kennenzulernen.
Die "Willkommensabendessen"-Initiative hält die interkulturellen Verbindungen in Hamburg lebendig. Zwar haben die Treffen seit 2015 an Häufigkeit verloren, doch sie spielen weiterhin eine zentrale Rolle für das gegenseitige Verständnis. Für Familien wie die von Sevgi und Kadir bedeutet das Netzwerk nicht nur praktische Hilfe, sondern auch ein Stück Heimat.






