23 March 2026, 20:33

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe zählen Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende Rechtsreformen vorantreiben. Ihre Forderungen reichen von neuen Straftatbeständen bis hin zu strengeren digitalen Schutzmaßnahmen.

Zu den Unterstützerinnen gehören SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner sowie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Auch die Schauspielerin Veronica Ferres, die Musikerin Nina Chuba und die Moderatorin Carolin Kebekus beteiligen sich an der Kampagne. Der Plan sieht tiefgreifende Änderungen vor, darunter die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch.

Eine weitere zentrale Forderung ist die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte. Die Initiative setzt sich zudem für ein Verbot KI-gestützter "Nudify"-Apps ein, mit denen Menschen auf Fotos digital entkleidet werden. Schnellere Löschung schädlicher Online-Inhalte und eine bessere Identifizierung von Täter:innen zählen zu den weiteren Prioritäten.

Die Bundesregierung hat bereits erste Schritte als Reaktion auf frühere Appelle unternommen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte für das Frühjahr 2026 ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt an. Der Entwurf zielt darauf ab, rechtliche Lücken bei bildbasierter sexualisierter Gewalt – einschließlich Deepfakes – zu schließen, wie es eine EU-Richtlinie ab Juni 2024 vorsieht. Deutschland hat zudem seit 2018 die Istanbul-Konvention umgesetzt und im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD Reformen im Cyberstrafrecht vereinbart.

Kritiker:innen halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. Die Grünen bezeichnen aktuelle Ansätze – wie etwa elektronische Fußfesseln nach dem Gewaltschutzgesetz – als halbherzig. Ihnen zufolge fehlt Deutschland eine einheitliche nationale Strategie, spezialisierte Unterstützungsstrukturen sowie eine vollständige Umsetzung von Forderungen wie der Strafbarkeit von Femizid oder der Einführung eines "Nur-Ja-heißt-Ja"-Prinzips.

Der Plan des Bündnisses skizziert klare rechtliche und digitale Reformen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. Nun bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf diese erneuten Forderungen reagieren wird. Die Vorschläge umfassen sowohl Sofortmaßnahmen als auch langfristige gesetzliche Änderungen.

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